1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Nalbach

Neue Sammelstelle in Nalbach für Hilfsgüter an die Elfenbeinküste

Hilfe für Afrika aus Nalbach : „Wir müssen an der Elfenbeinküste helfen“

Mit einer neuen Sammelstelle in einem alten Getränkemarkt will die Gemeinde Nalbach weitere Akzente in der Nord-Süd-Partnerschaft setzen.

Die Nord-Süd-Partnerschaft der Gemeinde Nalbach mit der Kommune Assié-Koumassi an der Elfenbeinküste nimmt an Fahrt auf. In den ehemaligen Räumlichkeiten des Körpricher Getränkemarktes in der Bahnhofstraße 60 wurde jetzt eine neue Sammelstelle für gebrauchte Brillen und medizinische Hilfsgüter eingerichtet. „Ich bin überglücklich, dass uns die Gemeindeverwaltung diese Räume zur Verfügung gestellt hat“, erzählt Annette Weyand.

Die selbstständige Damenschneiderin leistete mit ihrem privaten Projekt „Meine Brille für Afrika“ wertvolle Vorarbeit für das nachhaltige Projekt der Primstalgemeinde. Seit Jahren sammelt Weyand Brillen für bedürftige Menschen an der Elfenbeinküste und sorgte selbst für den Transport dorthin oder brachte die Sehhilfen im Rahmen ihres Jahresurlaubes persönlich zu den Menschen vor Ort.

Eine ivorische Frau freut sich über ihre neue Brille aus dem Saarland. Foto: Annette Weyand

„Annette Weyand hat über Jahre wichtige Vorarbeit geleistet, weshalb wir mit deren Erfahrungen die Partnerschaft mit der afrikanischen Kommune ausweiten können“, erzählt Bürgermeister Peter Lehnert. Bei ihren Aufenthalten an der Elfenbeinküste hat Weyand festgestellt, dass es vor allem im ländlichen Raum an der Elfenbeinküste an vielem mangelt. „Das kleine Krankenhaus in Assié-Koumassi ist erste Anlaufstelle für etwa 15 000 Menschen und sehr spartanisch eingerichtet, zudem ist der hygienische Zustand desolat“, beklagt Weyand.

Die Krankenstation im ivorischen Assié-Koumassi ist in einem desolaten Zustand. Foto: Annette Weyand

Auch in der Hebammenstation sehe es schlimm aus. „Deshalb nehmen wir in unserer neuen Sammelstelle nun nicht nur Brillen, sondern auch medizinische Hilfsgegenstände entgegen“, sagt Weyand. Hierzu zählten unter anderem Verbandskästen, Krankenbetten, Untersuchungsliegen, wasserdichte Bettauflagen, Erwachsenenwindeln, Rollstühle, Rollatoren und jegliche Laborausstattungen. Aber auch Babysachen und Kindererstausstattungen seien willkommen.

Im Nalbacher Rathaus koordinieren Christine Sinnwell-Backes und Marc Engel das Projekt und die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Helfer. Bereits vor Jahren hatte Backes-Sinnwell als Leiterin der Nalbacher Lese-Schreibwerkstatt die ersten Kontakte an die Elfenbeinküste geknüpft. „Wir planen, die gesammelten Hilfsgüter mit einem Container an die Elfenbeinküste zu verschicken, und unsere Gemeinde übernimmt einen großen Anteil an den Transportkosten“, bestätigt Engel. „Zur Finanzierung der kompletten Transportkosten verkaufen wir in unserer neuen Sammelstelle während der Annahmezeit handgefertigte Accessoires sowie Kissen und Taschen aus afrikanischen Stoffen“, berichtet Weyand. Die Körpricherin ist sehr dankbar für die vielfältige Unterstützung von ehrenamtlich tätigen Helfern in diesem Projekt, darunter auch der Nalbacher Augenoptikermeister Matthias Dörr.

„Wir müssen den Leuten an der Elfenbeinküste helfen, dort fehlt es an so vielem“, begründet Thomas Bonnaire, warum er und seine Partnerin Angelika sich immer wieder im Projekt engagieren. Rita Müller war eine der ersten, die zur neuen Spenden-Sammelstelle kam: „Ich finde es toll, hier persönlich Gegenstände, die ich nicht mehr benötige, für einen guten Zweck abgeben zu können“, sagt sie.

Die letzte Brillenverteilaktion in Assié-Koumassi fand an Pfingsten statt. „Die Resonanz war riesig, mehr als 400 Menschen bekamen auf ihre Sehstärke passende gebrauchte Brillen aus dem Saarland“, berichtet Weyand. Sie steht mittlerweile unter Nutzung sozialer Medien in direktem Kontakt mit vielen Ansprechpartnern an der Elfenbeinküste, darunter der Unterpräfekt Serge Nadje, sowie mit dem Krankenhausleiter von Assié-Koumassi.

Die Sammelstelle für Hilfsgüter in der Körpricher Bahnhofstraße 60 ist samstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Infos unter Tel. (0 15 7) 35 61 98 68.

www.schneiderei-weyand.de/Meine-Brille-fuer-Afrika