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Nalbach hat kein Geld für eine alte Eiche

Nalbach hat kein Geld für eine alte Eiche

Fast sieht der Baum mit seinen kahlen Ästen aus, als wolle er sein Entsetzen über die Entscheidung des Gemeinderats zum Ausdruck bringen: Die Eiche wird kein Naturdenkmal, denn die Kosten sind zu hoch.

Alte Bäume schrecken die Räte. Damit verbunden sind Kosten für Sicherheitsprüfungen und dauerhafte Pflege. In Nalbach steht so ein Baum am Ende der Eisenbahnstraße. Dieser sollte zum Naturdenkmal werden. Etwa 1,2 Meter Durchmesser im unteren Stammbereich und um die 15 Meter hoch steht die Eiche seit Jahrzehnten aufrecht neben einem Firmengebäude. Das genaue Alter ist bislang nicht bekannt.

Der Gemeinderat befasste sich bereits im November vergangenen Jahres mit der Überlegung, den Baum als Naturdenkmal auszuweisen. Dafür sollte per Gutachten die Standfestigkeit ermittelt werden. Die erforderliche Prüfung der Zugfestigkeit war mit etwa 1500 Euro veranschlagt. Das Umweltamt der Gemeinde Nalbach wertet den Baum als "ortsbildprägend". Außerdem sei es "einer der ältesten noch lebenden Bäume im Siedlungsbereich der Gemeinde" mit "herausragender Bedeutung für den Naturhaushalt im Bereich Gewerbegebiet Eisenbahnstraße".

Doch weder über landschaftliche noch ökologisch-gesundheitliche Aspekte diskutierte der Rat. Kein Wort von der Wirkung auf das lokale Klima und der Funktion des Baumes als Luftfilter sowie Sauerstoffproduzent. Wegen der Haushaltslage zu teuer, befanden die Ratsmitglieder kurz und bündig. Dabei hatte der Besitzer seine Zustimmung zur Ausweisung als Naturdenkmal gegeben, wie auch den Rückschnitt von Totholz auf seine Kosten durchführen lassen.