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Mit dem Einrad zum Brötchen holen

Mit dem Einrad zum Brötchen holen

Piesbach. Dass ihnen auf den Straßen der Gemeinde Kinder auf Einrädern begegnen, gehört zum Alltag der Nalbacher, seit Albert Leidinger 2005 die Einradgruppe der Volksbühne Piesbach gegründet hat: "Kleinkunst bereichert die Jugendarbeit. Körperbeherrschung und gemeinsame Fortschritte machen Kinder stark

Piesbach. Dass ihnen auf den Straßen der Gemeinde Kinder auf Einrädern begegnen, gehört zum Alltag der Nalbacher, seit Albert Leidinger 2005 die Einradgruppe der Volksbühne Piesbach gegründet hat: "Kleinkunst bereichert die Jugendarbeit. Körperbeherrschung und gemeinsame Fortschritte machen Kinder stark." Annika Herberger, zwölf Jahre, war schnell zu begeistern: "Einradfahren ist toll und mal was anderes." Erste Versuche beginnen an der Sprossenwand. "Es finden sich Fahrlehrer und -schüler zusammen, die irgendwann Hand an Hand durch die Halle fahren", weiß Leidinger. "Einige Kinder fahren sogar mit dem Einrad zum Brötchen holen", sagt Robert Herberger, Vorsitzender der Volksbühne. Imposant an der Piesbacher Gruppe ist, dass sie auf so genannten Giraffen, den 1,5 Meter hohen Einrädern, fahren können. Leidinger: "Die geben den besonderen Kick und werden immer beliebter."Doch auch für andere Talente hat die Volksbühne Platz: Kinder können sich in drei Tanzgruppen sowie einer Theatergruppe austoben. Silvia Herberger trainiert die Tänzer: "Wir studieren Volkstänze, Show- und Gardetänze ein." Ihre eigenen Stücke schreibt die Theatergruppe: "Wir erarbeiten die Handlung gemeinsam und achten darauf, dass jeder etwas dazutut", erklärt Matthias Mosbach, der die Gruppe mit Katharina Quinten betreut. Im Advent jeden Jahres finden seit 2000 die beliebten Aufführungen statt. "Die 1000 Plätze sind stets ausverkauft", betont Mosbach. Ein Aushängeschild des Vereins stellen auch die Gruppenleiter dar: Viele besitzen die Jugendleiterkarte und verbessern in Seminaren ihre Fertigkeiten, etwa in Motivation und Konfliktlösung. "Im Umgang mit den Kindern haben wir die Notwendigkeit erkannt", so Quinten. Aus der Kenntnis der Betreuer resultiere deren Entlastung und Nutzen für die rund 100 Kinder des Vereins. "Toll, dass wir keine Nachwuchsprobleme haben", sagt Herberger voller Stolz; gerade das Einradfahren sei eine Rarität. "Wenn ich durch Dillingen fahre, höre ich oft: 'Wo ist denn dein Lenker?'", bestätigt Vanessa, zehn Jahre. Das Hauptprojekt der Einradfahrer basiert auf der Idee der elfjährigen Maria, das Musical "Starlight Express" nachzuahmen: "Ich dachte, was auf Rollschuhen geht, geht auch auf Einrädern."Seit vorigem Jahr können die Kinder den Einradführerschein machen: "Je nach Fähigkeit gibt es das 'kleine Einrad', Bronze, Silber oder Gold", sagt Leidinger, der nach den Ferien den Führerschein auf der Giraffe einführt. "Und alsbald kommen die Kinder uns auf der Straße dann auf den Giraffen entgegen", sagt Herberger und lacht.