Meinung: Darin steckt das Reformpotential

Kirchennutzung : Darin steckt das Reformpotential

Gottesdienstbesucher kennen eine Mehrfachnutzung von Gottesdiensträumen: Es gibt Veranstaltungsräume, die auch für die Messfeier genutzt werden. Aber umgekehrt, Kirchen, die auch für anderes als liturgische Feiern geöffnet werden, das ist immer noch etwas anderes.

Die Zeit drängt dazu: Weil es weniger Kirchenmitglieder und noch weniger Kirchgänger gibt, weil der Unterhalt großer alter Gebäude teuer ist, perspektivisch kaum mehr zu bezahlen.  Eine flexible Nutzung verändert den Raum, das Raumerleben und so auch das Erleben von Kirche. Denn die katholische Kirche hat am Altar ihren Mittelpunkt, ihr Allerheiligstes, da ist sie mystisch. Überzeitlich, unverrückbar wie die Mauern und die schweren Kirchenbänke. Wie passt das alles zu einer anderen Nutzung als zu Gottesdienst und vielleicht noch Konzert? Wie passt das wirkliche Leben zum gottesdienstlichen Ritus und umgekehrt? Kann man, soll man überhaupt, den Altar vom Versammlungsraum trennen? Das wäre eine aufregende Debatte unter Christen. Religiöse Selbstvergewisserung über Leben und Religion. Da ginge es um das Wesentliche, nicht bloß um den Tausch unverrückbarer Kirchenbänke aus Eichenholz gegen leichte Stühle. Wobei das ein gutes Bild für die Debatte wäre. Darin steckt echtes Reformpotential - anders als in so genannten Strategien einer pfarrlichen Strukturreform