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Mehrere 100 000 Euro Schaden an neuer Grundschule

Mehrere 100 000 Euro Schaden an neuer Grundschule

An der Grundschule in Nalbach sind grobe Baumängel festgestellt worden. Die Gemeinde beziffert den Schaden auf mehrere 100 000 Euro. Die größten Mängel seien inzwischen aber beseitigt worden.

Die Gemeinde Nalbach hat derzeit heftig Ärger mit dem Neubau der Grundschule Nalbach. 2008 wurde die Schule nach nur 15-monatiger Bauzeit eröffnet. Kosten: 4,5 Millionen Euro. Vor einigen Monaten wurden grobe Baumängel festgestellt. Am auffälligsten seien die Schäden an der Glasfassade gewesen, berichtet Bauamtsleiter Armin Schwarz. 28 Scheiben seien gerissen, weil sie falsch eingebaut worden seien. "Die ausführende Firma hat beim Anbringen in der Holzverkleidung die Scheiben angebohrt", ergänzt Bürgermeister Peter Lehnert.

Die Gesamtliste der Schäden sei lang. Unter anderem sei das Dach undicht gewesen und die Bodenplatten müssen jetzt nachträglich energetisch saniert werden. Schuld daran sei nach Angaben der Gemeinde zum großen Teil der Architekt und Bauleiter. "Die Gemeinde hat damals den Auftrag an einen Architekten vergeben", erläutert Bürgermeister Lehnert. Der Architekt habe damit auch die Bauleitung inne und suche die Firmen für die einzelnen Arbeiten aus. Und da sei wohl einiges schief gelaufen. Der Gesamtschaden betrage mehrere 100 000 Euro.

Die gröbsten Mängel seien aber bereits behoben, fügt Bauamtsleiter Schwarz hinzu. So wurde unter anderem die Fassade verstärkt. Es gebe jetzt keine Sicherheitsbedenken mehr. Die restlichen Mängel werden im Laufe des Jahres repariert. Peter Lehnert: "Das wird uns noch eine Zeit lang beschäftigen". Auch weil die Gemeinde das Geld für die Reparaturen vorstrecken muss. "Dann werden wir versuchen, uns das Geld gerichtlich vom Architekten wiederzuholen", ergänzt der Bürgermeister.

Das Problem an dem Malheur sei aber auch die Ausschreibung selbst, meint Lehnert. "Wir müssen den billigsten Anbieter nehmen", erläutert er. "Mit Konsequenzen wie unter anderem beim Bostalsee mit den rumänischen Arbeitern." Oder eben die Schäden an der Grundschule. Lehnert sagt dazu: "Wir haben kaum Chancen, regionale Firmen zu holen." Bei großen Bausummen müsse sogar europaweit ausgeschrieben werden.

Der Nalbacher Verwaltungschef lobt in diesem Zusammenhang das Ausschreibungssystem in der Schweiz. "Da werden bei den Ausschreibungen der teuerste und der billigste Anbieter aussortiert."