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Land startet Pilotprojekt in PiesbachNalbach steckt 70 000 Euro in seine Spielplätze

Land startet Pilotprojekt in PiesbachNalbach steckt 70 000 Euro in seine Spielplätze

Nalbach. Um einen kleinen Ortsteil lebendig zu halten, kann man nie genug tun. Deshalb unterstützt der Nalbacher Gemeinderat das Pilotprojekt "Vitales Dorf" des Umweltministeriums. Piesbach hat bereits zweimal auf Kreisebene den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" gewonnen und sich 2008 bei "Tatort Dorfmitte" engagiert

Nalbach. Um einen kleinen Ortsteil lebendig zu halten, kann man nie genug tun. Deshalb unterstützt der Nalbacher Gemeinderat das Pilotprojekt "Vitales Dorf" des Umweltministeriums. Piesbach hat bereits zweimal auf Kreisebene den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" gewonnen und sich 2008 bei "Tatort Dorfmitte" engagiert. Auch deshalb trat Otmar Weber von der Agentur Ländlicher Raum im Ministerium an Piesbach heran. Diese startet seit 2004 Modellprojekte, um mit der innerörtlichen Entwicklung sinkenden Geburtenzahlen und dem wachsenden Altersschnitt zu begegnen. Ein Mehr-Generationen-Café, ein Gemeindezentrum in einer alten Kirche und ein Dorfladen in einer Bankfiliale nannte Weber dem Gemeinderat als bisherige Projekte. "Die Piesbacher Problemzonen sind andere: die Einfahrt von Körprich her", zählte er auf, "der Kirchberg, der von Nalbach aus wie eine Wand steht, mit Flächen unterhalb, die sehr düster wirken. Und auch der Weg hinauf ist nicht gerade anheimelnd."Ein Konzept, um Heimatgefühl und Kommunikation zu stärken, stellte das Büro Hullmann-Gimmler vor. Das Land fördert dies bei Pilotprojekten zu 75 Prozent. Harald Hullmann, Professor an der Hochschule der Bildenden Künste Saar, entwickelt Maßnahmen, die Bürger umsetzen können. Nach dem Ratsbeschluss werden nun die Verträge geschlossen, die ersten Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen. Ein Ansatz Hullmanns ist, an einem "Branding" zu arbeiten, damit der Ort ein erkennbar zusammenhängendes Bild abgibt mit aufeinander abgestimmten Fassaden-Arten und -Farben, Baum- und Pflanzenarten und Bodenbelägen. Zudem könne man Geschichte und Geschichten Piesbachs ablesbar machen: Wege durch den Ort kennzeichnen, die an wesentlichen Punkten vorbeiführen, und auf Tafeln auch kleine Geschichten erzählen, etwa von einem Traditionsgeschäft, das zugemacht hat.Im ersten Schritt zur Null-Emissions-Gemeinde stellte Björn Becker vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (Ifas) eine Analyse von Nalbachs Potenzial für Solarthermie vor, also für Warmwasser durch Sonnenenergie. Über eine Dachkartierung, Luftbilder und Computer-Analyse der knapp über 3000 Gebäude ermittelte Ifas 220 000 Quadratmeter Fläche, die im Jahr bis zu 73 Gigawattstunden erbringen könnten, was rechnerisch den Ausstoß von 17 000 Tonnen Kohlendioxid ersparen würde. Nalbach. Um die Spielplätze in der Gemeinde 2009 zu renovieren, investiert Nalbach 70 000 Euro. "Die älteren Spielgeräte waren so marode, dass wir sie aus Sicherheitsgründen abbauen müssten", erklärte Bürgermeister Patrik Lauer. "In Nalbach schließen wir den Spielplatz an der Nassauer Straße. Er wird nicht angenommen, dort sind kaum Kinder. Den Platz in der Saarstraße machen wir zum Kleinkinder-Spielplatz, bisher zweckentfremden Jugendliche den Platz", so Lauer. Die Pendelschaukel setze man auf den Abenteuerspielplatz in der verlängerten Fußbachstraße um. Dort wird ein Kletterturm ersetzt für 15 000 Euro, der andere fällt weg. An Piesbacher Festplatz, Bilsdorfer Sportplatz und Körpricher Greifelsberg kommen ebenfalls neue Klettertürme. An der Bilsdorfer Steinberghalle gehöre die Spielfläche künftig den kleinen, die am Sportplatz den größeren Kindern. kni