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Mobilfunkmast
Körprich soll raus aus dem Funkloch

Zwischen Körprich und Bilsdorf baut die Deutsche Funkturm GmbH einen 45 Meter hohen Stahlgittermast mit D1-Mobilfunktechnik auf.
Zwischen Körprich und Bilsdorf baut die Deutsche Funkturm GmbH einen 45 Meter hohen Stahlgittermast mit D1-Mobilfunktechnik auf. FOTO: Dieter Lorig
Körprich/Bilsdorf. Die Telekom möchte in Körprich und Bilsdorf eine bessere D1-Netz-Verbindung anbieten. Deshalb wird jetzt ein Mobilfunkmast gebaut. Von Dieter Lorig

Die seit Jahren schlechte D1-Mobilfunkversorgung in Körprich und Bilsdorf dürfte bis Ende des Jahres der Vergangenheit angehören. Derzeit errichtet die Deutsche Funkturm GmbH, ein Tochterunternehmen der Telekom, einen neuen Mobilfunkmast am Körpricher Kleeberg. „Die Montage des 45 Meter hohen Stahlgitterturms einschließlich der Antennen und Technik wird bis spätestens im Oktober abgeschlossen sein“, bestätigte George McKinney von der Telekom-Pressestelle Frankfurt. „Danach erfolgt die Einbindung der Sende-/Empfangsanlagen in das Mobilfunknetz der Telekom.“



Ab wann genau der Telefonumsetzer für D1-Handybesitzer nutzbar sein wird, teilte der Telekom-Sprecher nicht mit. „Auf jeden Fall noch im Laufe dieses Jahres“, sagte McKinney. Keine Angaben machte McKinney zur Höhe der Investitionen für den neuen Funkmast. Im Gespräch sind etwa 100 000 Euro.

Nach der Inbetriebnahme des Mobilfunkumsetzers können sich nicht nur Handybesitzer in Bilsdorf und Körprich freuen. Laut Telekom wird sich der D1-Empfang auch in Piesbach, Primsweiler und Knorscheid deutlich verbessern. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, besonders schnell mobil im Internet zu surfen. „Mit dem modernen LTE-Verfahren werden Datenraten zwischen 50 und 150 Megabit pro Sekunde über den neuen Umsetzer möglich sein“, erläuterte McKinney.

Doch nicht alle Bürger sind über den Bau des Mobilfunkmastes erfreut. Im vergangenen Jahr hatten über 100 Bewohner ihre Bedenken der Gemeindeverwaltung in einem gemeinsamen Schreiben mitgeteilt. Der Abstand des geplanten Funkmastes zur Wohnbebauung sei zu gering, um gesundheitliche Beeinträchtigungen auszuschließen, klagten die Unterzeichner des Briefes. Laut einer bei der Gemeindeverwaltung vorliegenden Bescheinigung der Bundesnetzagentur beträgt der vorgeschriebene Personenschutzabstand für die Antennen weniger als 9,40 Meter. Demnach bestehen beim Betrieb des Umsetzers keine gesundheitlichen Gefahren.

„Das Verfahren über die Änderung des Bebauungsplans für den Turmstandort inklusive Einbindung der Bürger ist abgeschlossen“, bestätigte Bauamtsleiter Armin Schwarz auf Nachfrage. Enttäuscht ist der Körpricher Uli Thees, dass die Bedenken besorgter Bürger beim Bau des Turms angeblich nicht berücksichtigt wurden. Er hatte vergangenes Jahr Unterschriften für das Schreiben an die Gemeinde gesammelt. „Ich habe in dieser Angelegenheit sehr viel Energie und Lebenszeit verschwendet, aber irgendwann erkannt, dass man gegen Windmühlen und Kapitalismus keine Chance hat“, stellt Thees resignierend fest.



Der neue D1-Mobilfunkturm steht am Rande einer privaten Ackerfläche an der Ortsgrenze zwischen Körprich und Bilsdorf, etwa 100 bis 150 Meter von den nächsten Häusern entfernt. „Ich bin froh, dass wir im Dorf künftig eine bessere D1-Mobilfunk-Abdeckung haben“, sagte der Bilsdorfer Ortsvorsteher Detlef Germowitz.