| 20:35 Uhr

Fußball
Körprich: Böses Erwachen aus allen Aufstiegsträumen

Völlig ausgepumpt und dazu noch bitter enttäuscht liegt Maximilian Croon-Hoffeld nach dem Elfmeterschießen auf dem Boden.
Völlig ausgepumpt und dazu noch bitter enttäuscht liegt Maximilian Croon-Hoffeld nach dem Elfmeterschießen auf dem Boden. FOTO: Ruppenthal
Friedrichweiler. Die SG Körprich-Bilsdorf ist im Aufstiegsspiel zur Verbandsliga das klar bessere Team, muss sich aber am Ende geschlagen geben.

Fassungslosigkeit auf der einen, zum Teil ungläubiger Jubel auf der anderen Seite: Die Fußballer der SG Körprich-Bilsdorf waren zumindest in den ersten 90 Minuten des Aufstiegsspiels zur Verbandsliga das klar bestimmende Team – am Ende aber standen sie mit leeren Händen da.


Die Elf von Trainer Uwe Klein erspielte sich vor 600 Zuschauern in Friedrichweiler im Duell mit dem FV Bischmisheim eine Chance nach der anderen. Doch ein Tor wollte dem Vizemeister der Landesliga West gegen sein Pendant aus der Südstaffel am Donnerstag nicht gelingen. Am Ende musste das Elfmeterschießen die Partie entscheiden – und dort sicherte sich mit Bischmisheim das eigentlich unterlegene Team mit 4:3 den den Aufstieg.

„Man muss auch ein bisschen Glück haben“, grinste FVB-Spielleiter Rainer Kohl nach dem Drama in sengender Hitze. „Körprich hatte ein klares Chancenplus“, gestand Bischmisheims Trainer Stephan Otte. Doch wie jeder weiß, gewinnt im Fußball halt nicht immer die bessere Mannschaft. „Es war ein sehr einseitiges Spiel und eine ganz bittere Niederlage“, fand SG-Trainer Klein: „Aber wir sind es selbst schuld. Man muss halt auch das Tor machen. Wir hatten genug Chancen, aber ihr Torwart hat alles gehalten.“ In der Tat: Bischmisheims Schlussmann Daniel Hahn brachte Körprichs Akteure reihenweise zur Verzweiflung. Etwa Lukas Graf, der etliche Male über die rechte Seite durchbrach, aber jedes Mal den erfolgreichen Abschluss verpasste. Oder SG-Stürmer Kevin Jung, der in der Verlängerung aus elf Metern zum Abschluss kam, dessen Schuss Hahn aber mit den Fingerspitzen noch um den Pfosten lenkte. Bezeichnenderweise waren Graf und Jung auch die Pechvögel in der Elfer-Lotterie. Graf scheiterte gleich mit dem ersten Versuch. Nachdem Bischmisheims Christopher Schmitt ebenfalls verschossen hatte, trafen zunächst die jeweils drei nächsten Schützen, ehe auch Jung in Hahn seinen Meister fand. FVB-Kapitän Eric Fuhr hatte somit die Entscheidung auf dem Fuß – und verlud SG-Torwart Marco Kaucher ins linke Eck, gefolgt vom euphorischen Jubel des Neu-Verbandsligisten aus Bischmisheim.

„Rein spielerisch war es nicht unser bestes Spiel, und eine Niederlage wäre nicht unverdient gewesen. Wir sind aber läuferisch und kämpferisch über die Schmerzgrenze gegangen“, fand Fuhr. Später feierte das Team in einem Bischmisheimer Gasthaus: „Die müssen hinterher wahrscheinlich renovieren“, erzählte der Spielführer lachend.

Bei Körprich-Bilsdorf richtete sich die Kritik derweil auch gegen den Unparteiischen Matthias Edrich aus Bliesen: „Der Schiedsrichter hat zwei Tore von uns nicht gegeben, darunter ein hundertprozentiges durch Marc Bellmann. Dadurch hat er das Spiel mit entschieden“, klagte der SG-Vorsitzende Wolfgang Klein nach dem Drama von Friedrichweiler. Vor allem eine Szene hatte die Gemüter in der Hitzeschlacht zusätzlich erhitzt: Nach einer Graf-Flanke ging Bellmann zum Kopfball hoch und nickte zur vermeintlichen Führung ein – doch Edrich sah ein Aufstützen Bellmanns gegen FVB-Verteidiger Dennis Danopoulos (45.). Direkt danach traf Bellmann erneut, wurde aber wegen Abseits zurückgepfiffen.