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Knatsch im Gemeinderat um neue Straßenlampen

Nalbach. Streit um Lampen: Die Straßenbeleuchtung in Nalbach soll auf moderne Technik umgestellt werden, um Energie und CO2 einzusparen, fordert die SPD. Bürgermeister Peter Lehnert lehnt ab: Zu teuer, zu wenig Ersparnis für die Gemeinde. Von SZ-Redakteurin Nicole Bastong

1073 Straßenlampen sind in der Gemeinde Nalbach installiert. Für diese Beleuchtung ein Energiesparkonzept zu erarbeiten, war auf Antrag der SPD-Fraktion Hauptpunkt auf der Tagesordung der letzten Gemeinderatssitzung.

Die SPD forderte, zu ermitteln, welche Einsparungen in Euro und beim CO2-Ausstoß erzielt werden können und auch, welche Auswirkungen die Öko-Design-Richtlinie der EU (die unter anderem festlegt, dass bestimmte Lampenarten ab 2015 nicht mehr hergestellt werden) auf die Gemeinde hat. Nach genauer Ermittlung des Erneuerungsbedarfs sollten dann die Mittel hierfür in den Haushalt eingestellt werden, forderte Fraktionsvorsitzender Oswald Kriebs.

Ein Vertreter der VSE legte in der Sitzung detailliert dar, welche Lampentypen es gibt, was sie kosten und was die Gemeinde damit einsparen könnte. Die größte Energie-Einsparung, aber dafür auch die höchsten Kosten, bringen demnach LED-Leuchten.

Eine weitere Möglichkeit zu sparen ist eine reduzierte Einschaltzeit: Etwa bei einer Halbnachtschaltung wird jede zweite Lampe zwischen 24 und 5.30 Uhr ausgeschaltet. Auch der Rückbau einzelner Lampen an wenig benutzten Wegen könnte erwogen werden, führte der VSE-Vertreter aus.

Neun Prozent EinsparungDas Ergebnis des Energiesparkonzepts für Nalbach: Alle Maßnahmen zusammen könnten eine Einsparung von etwa neun Prozent bringen. Die Investitionskosten lägen bei rund 107 000 Euro.

Kriebs ergänzte, dass dieses Konzept der Verwaltung bereits seit September 2012 vorläge, was Bürgermeister Peter Lehnert bestätigte. Die Nachfrage, ob es inzwischen noch Zuschüsse für Erneuerungen gebe, musste Lehnert verneinen, und räumte ein: "Ich muss mich entschuldigen, dass ich den Rat darüber nicht weiter informiert habe."

Wie der Verwaltungschef ausführte, wurde das Konzept damals in der Verwaltung besprochen, in den Haushalt eingestellt - und schließlich wieder herausgenommen. "Weil es sehr hohe Aufwendungen erfordert, aber geringe Einsparungen bringt", erklärte Lehnert. "Wir haben da nicht den hohen Druck, den andere Gemeinden haben. Es sind vielleicht fünf oder sechs Lampen, die dringend ausgetauscht werden müssen." 92 weitere Lampen müssten auf eine neuere Technik umgestellt werden, im kommenden Jahr stehe aber ohnehin die Wartung an. Bis 2019 dürften diese Lampen, bestätigte die VSE, weiterlaufen. Lehnert wies darauf hin, dass sich die größte Einsparung über die Schaltzeiten erzielen lasse, "und das kostet nichts". Die Verwaltung wolle aber ein Konzept erstellen, für Lampen, die im Zuge von Baumaßnahmen ohnehin erneuert werden müssen. "Wir müssen nicht diese finanziellen Aufwendungen machen", betonte der Bürgermeister.

Kriebs widersprach Lehnert ausdrücklich, warf ihm vor, er hätte "die Sache verschlafen" und pochte auf "dringenden Handlungsbedarf": "Die Energiekosten steigen! Es wäre sinnvoll, unverzüglich Investitionen zu tätigen." Auch Albert Steinmetz (SPD), erster Beigeordneter, drängte auf die Frage: "Wann stellen wir auf die modernste Technik um? Sollen wir abwarten oder eine LED-Gemeinde mit Fortschritt werden?" Und Kriebs setzte an die Adresse des Bürgermeisters nach: "Ihre ökologische Einstellung lässt zu wünschen übrig! Aber es nützt nichts, Sie sind beratungsresistent!"

Kein Beschluss getroffenDie CDU-Fraktion im Rat hielt sich aus dieser Diskussion heraus. Josef Reichert, Fraktionsvorsitzender, merkte nur abschließend an, es sei "sinnvoll" den Bedarf abzuwarten, bevor man hohe Investitionen tätige. Somit war dieser Tagesordnungspunkt ohne Beschluss vom Tisch.