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Radweg gesperrt
Jetzt startet in Körprich der Kiesabbau

 Zwischen dem Rad-/Wanderweg und Sportplatz wird das Gelände abgesenkt, damit sich das Primshochwasser ausbreiten kann.
Zwischen dem Rad-/Wanderweg und Sportplatz wird das Gelände abgesenkt, damit sich das Primshochwasser ausbreiten kann. FOTO: Dieter Lorig
Körprich. In der Michaelshalle in Körprich lauschten gut 40 Bürger den Erklärungen von Bürgermeister Peter Lehnert zum Kiesabbau in der Primsaue. Von Dieter Lorig

In der Primsaue, westlich des Sportplatzes von Körprich, wird in Kürze Kies abgebaut. Der Nalbacher Bürgermeister Peter Lehnert und der Körpricher Ortsvorsteher Christian Weber konnten mehr als 40 Bürgern zu einer Informationsveranstaltung der Gemeinde in der Michaelshalle begrüßen.


Die etwa einen Hektar große Abbaufläche befindet sich zirka 200 Meter vom Ende der Raiffeisenstraße entfernt neben dem Prims-Theel-Erlebnisweg. Mit dem Kiesabbau soll Ende Januar begonnen werden. Mitte April soll er beendet sein.

Während der vorbereitenden Arbeiten, die bereits laufen, und während des Kiesabbaus bleibt der Prims-Theel-Erlebnisweg zwischen der Uferstraße und dem Primssteg in Bilsdorf für Radfahrer und Spaziergänger gesperrt. Eine Umleitung führt über die Körpricher Bahnhofstraße bis zur Brückenstraße in Bilsdorf.



Bei der Info-Veranstaltung erläuterten Vertreter der Baufirmen Arweiler GmbH & Co. KG und Dittgen GmbH sowie der beauftragten Planungsfirmen den Ablauf und die Auswirkungen. Demnach ist der Kiesabbau gekoppelt an ökologische Ausgleichsmaßnahmen, die wegen der Erschließung des neuen Nalbacher Gewerbegebietes Primsaue II erforderlich sind.

Der Kiesabbau erfolgt durch die Dillinger Firma Gebrüder Arweiler. Das Unternehmen hat seit 2016 eine Genehmigung für die Förderung von Kies in der Körpricher Primsaue, beginnt jedoch erst jetzt damit. Die Schmelzer Baufirma Dittgen ist zuständig, im Umfeld des Sportplatzes Retentionsflächen in Form von Mulden und Absenkungen zu schaffen. Darin kann sich das Primshochwasser ausbreiten.

„Damit wird der Hochwasserschutz für Körprich verbessert und es wird weniger Lkw-Fahrten im Zusammenhang mit dem Kiesabbau geben“, erläuterte Alexander Aleksejenko vom Ingenieurbüro Schweitzer. Mit den Erdmassen aus den Retentionsflächen werden Hohlräume wieder aufgefüllt, die durch den Kiesabbau entstehen. „Damit ersparen wir uns 500 Lkw-Fahrten von der Grube zum Betriebsgelände der Firma Arweiler“, betonte Aleksejenko.

Dennoch kommt es während der Kiesförderung zu vielen Fahrten mit 30 Tonnen schweren Lkw über den Radweg, die Ufer-, Bahnhof- und Dillinger Straße. „Wir rechnen montags bis freitags von 7.30 bis 16.30 Uhr jeweils mit bis zu 60 Transportfahrten am Tag“, sagte Stefan Altmeyer, Geschäftsführer der Firma Arweiler.

Der Körpricher Rainer Steffen, befürchtet, dass bei derart vielen Transporten die Straßen verschmutzt werden. „Verunreinigungen werden von uns beseitigt“, sagte Altmeyer zu. „Was ist, wenn unser Haus durch Erschütterungen vom Lkw-Verkehr beschädigt wird?“, wollte Markus Augustin wissen. „Das Kiesabbauunternehmen hat ein Beweissicherungsverfahren initiiert, bei dem ein neutraler Gutachter im Hinblick auf Entschädigungsverfahren alle von der Fahrtroute betroffenen Häuser in der Uferstaße fotografiert“, sagte Michael Klein von der Gemeindeverwaltung. „Wer haftet für Schäden am Radweg?“, erkundigte sich Ernst Himmighofen. Das sei immer der Verursacher, bestätigte Bürgermeister Lehnert. Um Schäden am Radweg zu vermeiden, werde daneben eine halbseitige provisorische Fahrspur eingerichtet.

„Während der Bauarbeiten gelten für die Uferstraße ein einseitiges Halteverbot und eine Geschwindigkeitsbegrenzung, auch werden wir zusätzliche Parkflächen für die Anwohner ausweisen“, sagte Lehnert. Rolf Neubauer befürchtet, dass es beim Abbiegen der Lkw von der Ufer- in die Bahnhofstraße zu Behinderungen kommen werde. „Eine alternative und kürzere Route entlang der Prims wurde uns nicht genehmigt“, bedauerte Altmeyer.

2015 hatten 36 Körpricher Bürger mit einer Unterschriftenaktion gegen den geplanten Kiesabbau protestiert. Sie befürchteten Lärm-, Staub-, Verkehrsbelästigungen und eine Verschandelung der Landschaft sowie Beschädigungen am Radweg entlang der Prims.