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Jahresrückblick
In der Gemeinde Nalbach hat sich 2018 eine Menge bewegt

 Glanzstück bei Nacht: Der neue Primssteg
Glanzstück bei Nacht: Der neue Primssteg FOTO: Dieter Lorig
Nalbach. Ein Rechtsstreit mit der Bundesrepublik, einer mit der RAG oder auch öffentliche Investitionen stehen in der Chronik des vergangenen Jahres. Von Johannes Bodwing

Mit Machete und Pistole startete ein Mann in Nalbach in den Silvestermorgen. Der Bewaffnete verbarrikadierte sich und bedrohte Polizisten eines Sondereinsatz-Kommandos. In dieser Situation verletzte der Schuss eines Beamten den 48-Jährigen am Bein.


Die Pumpen laufen weiter, hieß es Ende April. Das Verwaltungsgericht Saarlouis hatte der Klage der Gemeinde Nalbach stattgeben. Sie war gegen den Sonderbetriebsplan der RAG vor Gericht gezogen. Laut dieser Planung sollte das Wasser im Bergwerk Saar von rund minus 1400 Meter bis auf 400 Meter unter Normalnull ansteigen.

Drei Monate lang war die Ortsdurchfahrt Körprich nahe der Primsbrücke gesperrt. Anlass waren neue Rohrleitungen und Schachtanlagen, die der Nalbacher Abwasser- und Wasserzweckverband für 750 000 Euro verbaut hatte.



Eine Aufwertung des Ortszentrum erfuhr Nalbach durch die neue Filiale der Kreissparkasse, KSK. Nach 21-monatiger Bauzeit eröffnete das markante, 1032 Quadratmeter große Gebäude neben der Pfarrkirche Ende Mai. Nach mehr als zweijähriger Sperrung wurde der Primssteg zwischen Piesbach und Bilsdorf im August mit einer neuen Metallkonstruktion eröffnet. Rund 440 000 Euro kostete der 77 Meter lange Übergang, größtenteils finanziert durch Zuschüsse in Höhe von 370 000 Euro. Erst vor vier Jahren angelegt, war der Rasenbolzplatz in Bilsdorf im September schon sanierungsbedürftig. Der heiße Sommer machte aus ihm eine staubige Trockenfläche, Wildschweine zerfurchten ihn an mehreren Stellen. Dagegen gab es im selben Monat einen mysteriösen Wasseraustritt in der Bilsdorfer Dorfstraße. Trotz allgemeiner Trockenheit soll sich dort Grundwasser durch einen Gehweg an die Oberfläche gedrückt haben. Schon Ende Juli hatte Bürgermeister Peter Lehnert die Nalbacher Bürger zum Wassersparen aufgefordert. Denn es wurde mehr verbraucht, als die Gemeinde fördern konnte. Damit war Nalbach die erste Gemeinde im Saarland, die 2018 zum Wassersparen aufgerufen hatte.

Andererseits hatte Mitte Juli ein Starkregen in der Gemeinde Schäden in Höhe von etwa 460 000 Euro verursacht. Die historische Michaelskapelle in Körprich muss renoviert werden, hieß es im September. Für das fast 700 Jahre alte Gebäude wurden mindestens 55 000 Euro eingeplant. Anfang Oktober stimmte der Gemeinderat erneut gegen ein Vorhaben der EnBW, oberhalb von Piesbach Windkraftanlagen zu bauen. Dies war die dritte Ablehnung einer solchen Anlage seit 2016.

Im Oktober schloss Ursula Birringer ihren Getränke-Abholmarkt in Körprich. Nach 42 Jahren ging sie in den Ruhestand, damit wurden die Wege der Kunden wieder etwas länger. Mit einem offiziellen Spatenstich begannen im Oktober die Arbeiten für das Gewerbegebiet Primsaue II. Dort sollen sich auf 18 500 Quadratmetern zukunftsfähige Firmen ansiedeln. Dafür werden insgesamt 4,2 Millionen Euro investiert. Von Oktober bis November legte die Verwaltung die Unterlagen zum neuen Nalbacher Kindergarten aus. Der soll für rund 2,5 Millionen Euro in der verlängerten Enspfuhlstraße am südwestlichen Ortsrand entstehen. Der Standort wurde notwendig, da der bisherige Kindergarten nahe dem Rathaus durch alte Stollen gefährdet ist. Wegen dieser Stollen befindet sich die Gemeinde im Rechtsstreit mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, BimA. Es werde ein Vergleich angestrebt, teilte Bürgermeister Peter Lehnert im November mit.

Mit einer Feierstunde verabschiedete Anfang Dezember die Piesbacher Feuerwehr ihren langjährigen Löschbezirksführer, Helfried Hahn. Der war 50 Jahre aktiv im Dienst und maßgeblich verantwortlich für den Aufbau einer leistungsfähigen Feuerwehr. Davon 24 Jahre als Lbz-Führer. Nalbach gehört zu den ersten saarländischen Gemeinden, die aus dem Fördertopf der Europäischen Union „WiFi4EU“ einen Gutschein über 15 000 Euro für die Errichtung eines offenen, kostenlosen WiFi-Hotspots bekommen. Das teilte Bürgermeister Peter Lehnert Mitte Dezember mit. Dieser Hotspot soll zentral an der Nalbacher Kirche entstehen. Mit der Freiherr-vom-Stein-Medaille geehrt wurde im Oktober Albert Steinmetz. Für seine langjährigen Aktivitäten, darunter als Ortsvorsteher von Nalbach.