Jahreshauptübung Feuerwehr Nalbach

Übung : Wenn’s knallt und raucht . . .

Die Jahreshauptübung der Feuerwehr Nalbach fand auf dem Hubertusplatz statt. Danach gab’s Ehrungen und Beförderungen.

Die Jahreshauptübung der Nalbacher Feuerwehr hüllte den neu gestalteten Hubertusplatz in dichten Rauch. Wo Rauch ist, ist auch Feuer, sagt der Volksmund. Anlässlich der Jahreshauptübung der Feuerwehr Nalbach am Samstag auf dem Hubertusplatz galt dies zum Glück nur in der Theorie. Dabei fehlte es an künstlichem Rauch nicht. Um die Übung möglichst realistisch zu gestalten, kamen deshalb nicht nur Nebelmaschinen zum Einsatz, sondern auch lautstarke Pyrotechnik, die mit einem lauten Knall den Feuerwehreinsatz eröffnete.

Doch den zahlreich erschienen Schaulustigen wurde noch mehr geboten. Denn für noch mehr Wirklichkeitsnähe sorgte zusätzlich die „Realistische Unfalldarstellung“ des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Die fünf „Profi-Opfer“ der Notfalldarsteller Quierschied mimten nicht nur die Opfer, sie waren auch entsprechend ihren angenommenen Verletzungen geschminkt und ausstaffiert. Damit sich gerade unter den jüngeren Zuschauern niemand erschreckt, beruhigte Löschbezirksführer Carsten Gall vorher über Mikrofon: „Liebe Kinder, das ist nicht echt. Das ist nur Verkleidung.“

Auch für den Rest der Übung erklärte Gall für die Zuschauer immer wieder über Lautsprecher, was gerade vor sich geht. Die Lage schildert der Nalbacher Wehrführer Jörg Laub: Durch unsachgemäße Lackierarbeiten während der Bauarbeiten kommt es in einem Wohnhaus am Nalbacher Hubertusplatz zu einer Verpuffung – der Knall zu Beginn der Übung. Hierbei werden zwei Bauarbeiter verletzt und können sich durch herabgestürzte Deckenteile nicht eigenständig retten. Ein weiterer Bauarbeiter, der sich im rückwärtigen Bereich befindet, kann das Gebäude rechtzeitig verlassen und tätigt den Notruf. Wegen der hohen Brandlast kann sich das Feuer sehr schnell ausbreiten und es kommt zu einer massiven Rauchentwicklung.

Die Lichtkuppeln im rückwärtigen Anbau werden durch die Kraft der Verpuffung zerstört. In diesem Bereich kommt es zu einem zügigen Durchbrennen des Flachdachs und einem großen Austritt von Rauch. Da in den darüber liegenden Etagen des angrenzenden Wohnhauses mehrere Fenster gekippt sind, kommt es hier zu einer Ausbreitung des Rauches in die dortigen Wohnungen. Unter anderem befindet sich in einer der verrauchten Wohnungen im dritten Obergeschoss ein gehunfähiger älterer Mann, der die Wohnung nicht eigenständig verlassen kann.

Durch eine offengelassene Wohnungstür einer Wohnung im ersten Stock kommt es nun auch zur Verrauchung im Treppenraum, sodass ein weiterer Bewohner aus dem dritten Stock seine Wohnung nicht mehr verlassen kann. An der Gebäudevorderseite tritt ebenfalls massiv Rauch aus dem Haupteingang der Baustelle, hier fielen durch die Verpuffung die Deckenverkleidung herab und diese versperrt nun den Zugang zum Brandraum und auch den Fluchtweg der Bauarbeiter. Auch im Bereich der Gebäudevorderseite sind in den oberen Stockwerken Fenster gekippt und auch hier gelangt Rauch in die darüber liegenden Wohnungen.

Allerhand zu tun also für die Nalbacher Feuerwehr, das DRK Nalbach und die Leiterwagen-Unterstützung aus Dillingen. Insgesamt waren rund 80 Retter im Einsatz. Während die Löschbezirke Nalbach, Piesbach, Körprich und Bilsdorf damit beschäftigt waren die Verletzten zu bergen und das Feuer unter Kontrolle zu bekommen,  rückten sie dem Brand von verschiedenen Seiten auf die Pelle, bauten die DRK-Helfer gleich am Hubertusplatz in Windeseile ein Zelt zur Erstversorgung der Verletzten auf, die nach und nach aus dem rauchenden Gebäude evakuiert werden konnten.

Nach gut einer halben Stunde war der Einsatz beendet und auch der Rauch verzog sich so langsam wieder, sodass im Anschluss an die Jahreshauptübung gleich auf dem neu gestalteten Hubertusplatz vor der Sternschenke die Beförderungen und Ehrungen durch den Nalbacher Bürgermeister Peter Lehnert und Frank Minor, Wehrführer in Wallerfangen, in Vertretung des Kreisbrandinspektors durchgeführt werden konnten.

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