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Gemeinderat
Haushaltslage ist bedrohlich für die Gemeinde Nalbach

 Nalbach. Gewerbegebiet geplant - Kita weiter in der Schwebe Von Johannes Bodwing

„Wir müssen sehen, dass wir die Gemeinde am Leben halten können“, meinte der SPD-Fraktionsvorsitzende, Albert Steinmetz, in der Nalbacher Ratssitzung. Denn 14 Tage vorher sei den Fraktionen „die extrem negative Haushaltslage dargestellt worden“. Dort macht sich zunehmend Ernüchterung breit angesichts der angespannten Kassenlage. „Ich sehe auf absehbare Zeit keine Möglichkeit, dass wir in die Entschuldung kommen“, ergänzte CDU-Chef Josef Reichert. Als Folge davon müssen derzeit die Ortsvorsteher beispielsweise Geld vorstrecken, wenn es um Geschenke für Jubilare geht. „Ich habe immer gesagt“, betonte Bürgermeister Peter Lehnert, „wie bedrohlich die Haushaltslage der Gemeinde ist“. Lehnert erklärte, dass man „mit dem Sparen am Ende“ sei, „wir müssen auf der Einnahmenseite was tun“.


Dabei könnte das neue Gewerbegebiet „Primsaue II“ helfen. Dieses ist in der Ecke Saarwellinger Straße - Eisenbahnstraße geplant. Weil dadurch Versickerungsflächen verloren gehen, sollen zwei Rückhaltezonen und ein Feuchtgebiet am Körpricher Fußballplatz entstehen. Denn inzwischen müssen mögliche Jahrhundert-Hochwasser der Prims abgefangen werden, während früher nur 30-jährige Hochwasser zu berücksichtigen waren. Die zusätzlichen Rückhalteflächen sollen insgesamt 4000 Kubikmeter Wasser abfangen können. Körprichs Ortsvorsteher Christian Weber verwies hierzu auf ungeklärte Fragen: Dazu gehöre, ob das Feuchtgebiet als Senke oder Biotop ausgelegt werde. Deshalb habe der Ortsrat dieser einen Maßnahme noch nicht zugestimmt, er wolle dazu einen Vor-Ort-Termin mit den zuständigen Stellen.

Ein SPD-Antrag betraf die Eisenbahnstraße, die laut Steinmetz in einem „total zerstörten Zustand“ ist. Dem Vorschlag zu einer alternativen Wegführung im Bereich des Bahndamms oder auch darüber hinweg in Richtung Saarwellingen beschied Bürgermeister Lehnert keine Chancen. Dabei spiele die Bahn nicht mit. Der Rat beauftragte die Verwaltung einstimmig, mit den zuständigen Stellen pauschal über eine Umgehung zu verhandeln.

Zur Situation am Nalbacher Kindergarten gebe es nicht viel Neues zu berichten, sagte Bürgermeister Lehnert zu Beginn der Sitzung: Dessen Sanierung stagniert wegen Hohlräumen im Untergrund, die wiederum auf Stollen der 1930er Jahre zurückgeführt werden. Derzeit liegt eine Klage der Gemeinde Nalbach bei der für Bundesimmobilien zuständigen Verwaltung, BImA. Diese habe zur Bearbeitung eine Fristverlängerung gefordert. Parallel arbeiten Verwaltung und Rat an einem „Plan B“, falls der bisherige Standort wegfallen muss.