Glocke zum letzten Geleit

Bilsdorf. Auf dem Bilsdorfer Friedhof lebt eine alte Tradition wieder auf. Bei Beerdigungen läutet künftig die wiederentdeckte 120 Jahre alte Kapellenglocke zum letzten Geleit. Ein Team von ehrenamtlichen Helfern und Sponsoren ermöglichte dies

Bilsdorf. Auf dem Bilsdorfer Friedhof lebt eine alte Tradition wieder auf. Bei Beerdigungen läutet künftig die wiederentdeckte 120 Jahre alte Kapellenglocke zum letzten Geleit. Ein Team von ehrenamtlichen Helfern und Sponsoren ermöglichte dies. Nach Fertigstellung eines hölzernen Turmes auf dem Friedhof übergaben Schreiner Josef Klein (76) und Jürgen Rein (71) - stellvertretend für die vielen Helfer - das alte Glöcklein in neuer Funktion symbolisch an die Zivilgemeinde. Eine Einsegnung der Friedhofsglocke durch Pastor Wolfgang Goebel soll folgen. Die 50 Kilogramm schwere, kleine Glocke thront nunmehr in fünf Metern Höhe über den Gräbern des Bilsdorfer Friedhofes und ist wieder einsatzbereit. Ortsvorsteher Detlef Germowitz (42) verwies bei der Glockenübergabe darauf, dass es sich um eine Dauerleihgabe der katholischen Kirchengemeinde Herz-Jesu handle. Sowohl Pastor Goebel als auch der gesamte Pfarrverwaltungsrat hatten der Leihgabe an die Zivilgemeinde zugestimmt. Weder der Zivil- noch der Kirchengemeinde sind Kosten entstanden. Der in das Projekt investierte finanzielle Aufwand für Material und Arbeitsleistungen in Höhe von etwa 1200 Euro übernahm der Bilsdorfer CDU-Ortsverband sowie Ortsvorsteher Germowitz. Den hölzernen Glockenturm baute Schreiner Klein nach den Plänen des Architekten Thomas Bellmann. Das jetzt vor der Bilsdorfer Friedhofshalle installierte Glockengeläut wurde 1889 in der Saarburger Gießerei Mabilon gegossen. Von 1891 bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg war das Glöcklein in der alten Bilsdorfer Kapelle am heutigen Standort der Pfarrkirche in Betrieb.