Gemeinderat Nalbach will die Primstalbahn unbedingt erhalten

Kostenpflichtiger Inhalt: Nalbach : Primstalbahn: Marode Gleise und eine Resolution

Der Gemeinderat will die Primstalbahn erhalten. Falls der Güterverkehr auf der Strecke eingestellt werden sollte, befürchtet die Gemeinde Nalbach eine Zunahme des Lkw-Verkehrs um 6000 pro Jahr.

Auf Antrag der SPD-Fraktion setzt sich der Nalbacher Rat für den Erhalt der Primstal-Bahn ein. In einer Resolution, der der Rat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig folgte, heißt es, dass das Unternehmen Gebrüder Meiser GmbH derzeit die Primstal-Bahnstrecke zum Transport von jährlich 130 000 Tonnen Stahl von Dillingen zu der Produktionsstätte nach Schmelz-Limbach nutzt. Allerdings seien die Gleise in einem maroden Zustand und eine notwendige kostenintensive Sanierung ist für die weitere Nutzung unabdingbar.

Weiter heißt es: „Die Gebrüder Meiser GmbH als Pächterin der Bahnstrecke äußerte bereits Bedenken, den auf das Unternehmen zukommenden Sanierungsbetrag leisten zu können und zieht stattdessen im Falle der Stilllegung der Bahnstrecke eine Transportverlagerung auf die Straße in Betracht. Die Verlagerung würde jedoch eine Zunahme des Lkw-Verkehrs um geschätzte 6000 Lkw jährlich auf der Strecke von Dillingen nach Limbach bedeuten.“

Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Nalbach befürchten angesichts solcher Zahlen zunehmende Verkehrs- und Umweltbelastungen entlang der Streckenführung. Diese Bedenken teilt der Gemeinderat Nalbach und bekennt sich nun ausdrücklich zum Erhalt und der Sanierung der Primstal-Bahn, um auch in Zukunft eine Nutzung für den Güterverkehr auf dieser Strecke sicherzustellen und somit eine steigende Verkehrs- und Umweltbelastung der Bürgerinnen und Bürger durch eine Transportverlagerung auf die Straße zu vermeiden.

Gleichzeitig fordert der Gemeinderat Nalbach die Landesregierung beziehungsweise das zuständige Ministerium für Wirtschaft, Arbeit Energie und Verkehr auf, den Erhalt und die Sanierung der Primstal-Bahn zur Nutzung für den Güterverkehr zu sichern und sich hierfür auch bei den verantwortlichen Vertretern des Bundes und des Landes sowie bei der Deutschen Bahn AG einzusetzen.

Bereits im Vorfeld der Ratssitzung hatte sich der Ortsrat Körprich einstimmig für die Resolution ausgesprochen und auch die Verwaltung hält dies für eine „sehr gute Sache“, so Bürgermeister Peter Lehnert.

Er wies darauf hin, dass im Vorfeld auch aus der Nalbacher Bürgerschaft ein weiterer guter Vorschlag gekommen sei. So verfüge auch ein Schotterwerk entlang der Bahnstrecke noch über einen Schotteranschluss, so dass nun darüber hinaus geprüft werden solle, ob der Lkw-Verkehr des Werkes ebenfalls über die Primstal-Bahnstrecke abgewickelt werden könne, was zu einer weiteren Entlastung auf den Straßen entlang der Primstal-Bahn führen würde.

Die Primstal-Bahn ist eine ehemalige Eisenbahnstrecke, die zwischen Nonnweiler und Primsweiler in Nord-Süd-Richtung entlang des Oberlaufes der Prims verlief, von dort nach Osten abbog und über Lebach nach Neunkirchen führte. In Primsweiler zweigt eine Stichstrecke durch die Gemeinde Nalbach entlang der Prims westlich nach Dillingen, in Lebach nach Völklingen und in Wemmetsweiler nach Süden in Richtung Saarbrücken ab.

Der Personenverkehr der Primstal-Bahn zwischen Wadern und Lebach sowie zwischen Dillingen und Wadern wurde am 30. Mai 1980 eingestellt. Danach gab es noch regelmäßigen Güterverkehr nach Wadern bis zum 30. Mai 1992. Nach diesem Zeitpunkt wurden die Basaltwerke in Michelbach und die Firma Gebrüder Meiser in Limbach über den Anschluss Dillingen angefahren. Zum 1. Januar 2005 wurde das Anschlussgleis an die Firma Gebrüder Meiser verkauft. Die Bedienung hat die Bahngesellschaft der Dillinger Hütte übernommen.