Gemeinderat Nalbach - Nalbach will nachhaltiger werden

Ehrgeiziger Plan : Nalbach will Null-Emissions-Gemeinde werden

Von der Ladesäule für E-Autos über die Energieberatung bis zu Ernteaktionen: Gemeinderat verabschiedet Aktionsplan „Nani“.

Mit dem Aktionsplan „Nani – Nalbacher Nachhaltigkeits­innovationen“ will die Gemeinde Nalbach ihren Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten. Auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates stellte die Verwaltung diesen Aktionsplan vor.

Dabei setzte die Kommune, die bereits vor einiger Zeit beschlossen hat, Nullemissionsgemeinde zu werden, auf die Beteiligung der Bürger. Deshalb haben vier Projektgruppen, an denen sich etwa 30 Bürger aktiv beteiligt haben, in den vergangenen Wochen und Monaten Ideen gesammelt, wie die Gemeinde hier aktiv werden kann. Dabei wurden sieben Handlungsfelder herausgearbeitet, die bis 2022 nachhaltiger werden sollen: Mobilität, Konsum und Nahversorgung, Gewerbe, Energie, Umwelt- und Naturschutz, Bildung und Nord-Süd-Partnerschaft.

In Sachen Mobilität und Energie sollen in der Gemeinde E-Bike-Verleihstationen entstehen und beispielsweise eine Ladesäule für E-Autos am Rathaus. Auch sichere Schulwege sowie die Stärkung und Ausweitung der Energieberaterstunden unter anderem durch die Aktion „zu Hause“ stehen auf der Agenda. Hierbei erhalten Bürger auf der Homepage (www.nalbach.de) und unter Tel. (0 68 38) 9 00 21 77 Informationen und Beratung zum Thema zu Hause Energiesparen. Dafür wirbt die Gemeinde auch zusätzlich mit Infos („zu Hause – Chic Energie Sparen“) auf Bierdeckeln.

Die Stärkung des Angebots regionaler Nahrungsmittel, die Bewerbung für Nalbacher Leitungswasser, die Vermeidung von Lebensmittelabfällen und die Vermarktung regionaler Nahrungsmittel auf einem Nachhaltigkeitsmarkt sind weitere Bausteine des Aktionsplanes. Beim Umwelt- und Klimaschutz gilt es, die heimatlichen Streuobstwiesen wieder neu zu entdecken. Einerseits durch die Wiederherstellung verwilderter Streuobstwiesen, andererseits durch das Anlegen neuer Streuobstwiesen auf Brachland in Bilsdorf.

Flankierend dazu sollen Schnittkurse, Ernteaktionen und Keltertage veranstaltet werden. Obst- und Hausbäume sollen als Präsent zu Geburten und Hochzeiten von der Gemeinde vergeben werden. Im Bildungsbereich sind Aktionen an den Grundschulen und der Schule am Litermont geplant. Unter anderem will man hier plastikfreie Grundschulen auf den Weg bringen. Die Nord-Süd-Partnerschaft mit Assié-Koumassi an der Elfenbeinküste soll außerdem reaktiviert werden. Und schließlich sollen Nalbacher Gewerbetreibende mit verschiedenen Aktionen für ein nachhaltiges Arbeiten gewonnen werden.

Die Kosten für den Aktionsplan werden zu 90 Prozent aus verschiedenen Töpfen gefördert, sodass die Kommune selbst nur zehn Prozent übernehmen muss. Beantragt sind für den Zeitraum bis 2022 rund 25 000 Euro, wovon Nalbach dann etwa 2500 Euro selbst tragen muss. Dem steht eine jährliche CO2-Einsparung von 432,18 Tonnen gegenüber, rechnet die Verwaltung vor. Ebenso wie die Verwaltung lobten auch die Fraktionen im Rat die rege Beteiligung aller an dem Aktionsplan und sagten ebenfalls ihre Unterstützung zu. Das Votum für den Aktionsplan „Nani“ fiel dementsprechend einstimmig aus.

In der Zukunftswerkstatt „Nalbach nachhaltig“ werden alle Projekte und Entwicklungen koordiniert. Sie ist Schnittstelle zwischen Verwaltung, Gemeinderat, Bürgern, Vereinen und Unternehmen. Ansprechpartner in der Gemeinde ist Marc Engel, E-Mail: m.engel@nalbach.de, Telefon (0 68 38) 9 00 21 74.

Mehr von Saarbrücker Zeitung