Gemeinde Nalbach führt Gebühr für Entsorgung von Grünschnitt ein

Neue Sammelstelle : Nalbacher müssen für Grünschnitt-Abgabe zahlen

Neue Sammelstelle für Nalbach ist ab dem 1. Januar in Saarwellingen. Die Abgabe kostet pro 120 Liter-Sack einen Euro.

Seit Jahren wurde sowohl der private Grünschnitt als auch der aus den öffentlichen Anlagen von den Kommunen gesammelt und verwertet. Mit der Erneuerung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes hat sich dies geändert: Ab dem 1. Januar muss der Entsorgungsverband Saar (EVS) sämtlichen Grünschnitt aller Kommunen im Saarland übernehmen und verwerten; die Kommunen sind weiterhin für das Einsammeln zuständig.

Dafür müssen die bisherigen Sammelstellen ausgebaut und nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz genehmigt sein. Dies verursacht hohe Kosten. Um Geld zu sparen, haben daher die Gemeinden Nalbach und Saarwellingen beschlossen, gemeinsam eine Grünschnitt-Sammelstelle in Saarwellingen, Primsener Weg, zu errichten. Der Grünschnitt wird im Auftrag des EVS direkt auf der Anlage mehrfach im Jahr geschreddert und abgefahren.

Wie die Gemeindeverwaltung Nalbach mitteilte, müssen aufgrund der zu erwartenden, sehr viel höheren Kosten als bisher für die Abgabe von Grünschnitt ab 1. Januar Gebühren erhoben werden. Ein 120-Liter-Sack Grünschnitt abzugeben kostet dann einen Euro. Größere Mengen bis zu 1000 Liter, auch im Anhänger, werden für sechs Euro entsorgt. Ab 1000 Liter (ein Kubikmeter) kostet die Grünschnittabgabe acht Euro pro angefangenen Kubikmeter.

Allerdings werden weiterhin bis zum 31. Januar jedes Jahres die ausgedienten Weihnachtsbäume kostenlos angenommen. Dieser Regelung hat der Gemeinderat Nalbach in seiner Jahresabschlusssitzung einstimmig zugestimmt. Der Ratsbeschluss erfolgte vorbehaltlich des Saarwellinger Ratsbeschlusses, der inzwischen ebenfalls ergangen ist (siehe Text oben).

 Wie der Nalbacher Bürgermeister Peter Lehnert mitteilte, konnte die Gemeinde durch die gemeinsame Lösung mit Saarwellingen zwar Bau- und Betriebskosten sparen, allerdings entstünden der Gemeinde dennoch rund 50 000 Euro Kosten pro Jahr durch die neue gesetzliche Regelung. Bei einer eigenen Sammelstelle wären jedoch geschätzt 300 000 Euro an Baukosten und über 200 000 Euro Betriebskosten pro Jahr für die Gemeinde angefallen.

Stattdessen werde nun unter anderem ein Angestellter des Nalbacher Bauhofs in Saarwellingen eingesetzt. Lehnert lobte dabei zwar die sehr gute interkommunale Zusammenarbeit mit Saarwellingen, zeigte sich aber dennoch unzufrieden mit der neuen rechtlichen Vorgabe. Der Gemeinde entstünden dadurch zum einen zusätzliche Kosten, zum zweiten sei die Grünschnittentsorgung für die Nalbacher deshalb nicht mehr kostenlos.