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Funkamateure üben für Notfälle

Funkamateure üben für Notfälle

Mitglieder der Notfunkgruppe im Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) kommen am Samstag zusammen, um ihre mobile Ausrüstung im Gelände zu prüfen. Dieter Lorig aus Bilsdorf organisiert den ersten saarländischen Notfunktag.

Kürzlich erneuerte der Distrikt Saar des DARC ein Abkommen mit dem saarländischen Innenministerium aus dem Jahr 1982, wonach Funkamateure auf besondere Anforderung von Dienststellen des Katastrophenschutzes Fernmeldeverbindungen aufbauen und unterhalten sollen - und zwar immer dann, wenn der behördliche Funk an seine Grenzen stößt oder gar ausfällt.

Viele Funkamateure haben den Ehrgeiz, gerade dann Verbindungen im Äther herzustellen, wenn im "normalen" Funk nichts mehr geht. Sie sind Tüftler, die sich ihre Geräte und Antennen selbst bauen und immer auf den neuesten Stand der Technik bringen.

Mit ihren weltweiten Kommunikationsmöglichkeiten engagieren sie sich im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz sowie im Notfunk. Sie halfen zum Beispiel beim Erdbeben in Chile, dem Taifun auf den Philippinen oder auch bei der Suche nach dem vermissten malaysischen Flugzeug.

Während es weltweit drei Millionen Funkamateure gibt, sind es in Deutschland 70 000. Im Distrikt Saar des DARC haben sich 600 Funker organisiert. Dieter Lorig aus Bilsdorf, seit seiner Jugendzeit selbst engagierter Funkamateur, gründete vor zwei Jahren im Saarland eine Notfunkorganisation innerhalb des DARC, die bis heute auf 30 Mitwirkende angewachsen ist. Er selbst ist als Notfunk-Referent für die Gruppe verantwortlich.

Lorig ist bereits ein Urgestein im Deutschen Amateur-Radio-Club. Der Vater zweier Kinder erwarb mit 20 Jahren die Lizenz als Funkamateur mit dem Rufzeichen DK4XW. Er ist Mitglied im DARC-Ortsverein Schmelz und besitzt eine leistungsstarke Kurzwellen- und UKW-Station mit einer 17 Meter hohen drehbaren Antennenanlage im Garten sowie eine netzstromunabhängige Notfunkausrüstung mit einer Mobilfunkstation für das Auto.

Lorig hat bereits von einem Segelboot im Atlantik gefunkt, aus einem Verkehrsflugzeug sowie aus einem Ultraleicht-Flieger über Saarlouis. In jüngster Zeit gelangen ihm mit einer auf einem Fahrrad montierten Ausrüstung Funkkontakte nach Neuseeland und in die USA. Vor wenigen Wochen wurde er mit der Distriktsehrennadel für besondere Verdienste um den Amateurfunk im Saarland ausgezeichnet.

Mit dem Leiter des DARC-Distriktes Saar, Eugen Düpre aus Holz, organisiert Lorig den ersten saarländischen Notfunktag am Aussichtspunkt Conny Hill bei Körprich. Bei diesem Treffen sollen sich die Mitglieder kennen lernen, ihre Ausrüstung vorstellen und deren Funktionsfähigkeit im freien Gelände testen.

Im Ernstfall müssen die Mitglieder der Notfunkgruppe nämlich auch mit mobilen Geräten Verbindungen herstellen. Rolf Behnke, ebenfalls Mitglied der Gruppe, wird ein Wohnmobil vorstellen, das als Funkleitstation tauglich ist.

Der erste saarländische Notfunktag ist am Samstag, 31. Mai, von 10 bis 18 Uhr auf Conny Hill in Körprich.