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Serie: Frauen in der Kommunalpolitik
„Jeder Bürger sollte Ideengeber sein“

Elisabeth Paul
Elisabeth Paul FOTO: Elisabeth Paul
Nalbach. Zur Kommunalpolitik kam Elisabeth Paul 2014. Heute sitzt sie für „Politik in Bürgerhand“ im Gemeinderat.

Schon seit ihrer Schulzeit engagiert sich Elisabeth Paul aus Nalbach politisch. „Meine Geschwister und ich haben schon als Kinder gelernt, uns kritisch mit unserem Umfeld auseinanderzusetzen, Ungerechtigkeiten zu benennen und uns für Verbesserungen einzusetzen“, erzählt die 56-Jährige. „Als Jugendliche begann ich mich für Umweltthemen und soziale Bewegungen zu interessieren und mischte mich immer wieder ein.“ Doch in einer der großen Parteien fand sie sich nach ihren Worten nicht wieder.


In der Kommunalpolitik landete die Studienrätin 2014. „Als der jetzige Nalbacher Bürgermeister Peter Lehnert als Parteiloser kurz nach seiner Wahl vom damaligen Gemeinderat scharf angegangen wurde und man ihm ‚das Leben so schwer wie möglich machen‘ wollte, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mich nun auch kommunalpolitisch zu engagieren“, sagt sie. Denn für sie müsse der Gemeinderat in erster Linie zum Wohl der Bürger arbeiten und nicht von parteipolitischen Interessen geleitet sein. Sie wurde auf der Liste der Bewegung „Politik in Bürgerhand“ aufgestellt – da sie auf Listenplatz sechs war, landete sie aber zunächst nicht im Rat, „rückte aber nach Erkrankung und Rücktritt eines der gewählten Ratsvertreter nach“.

Die Arbeit im Rat bedeutet für sie einen „enormen zeitlichen Aufwand“, berichtet sie: „Wer wie ich als ‚Neuling‘ im Kommunalparlament sitzt, sieht sich mit einer Fülle von Themen konfrontiert, mit denen man sonst nie in Kontakt kommt, zu denen aber Entscheidungen zu treffen sind.“



Ihre persönlichen Schwerpunkte in der Ratsarbeit sieht sie in ökologischen Themen, im Bemühen um mehr Transparenz und mehr Bürgerbeteiligung.

Für sie ist es sehr wichtig, andere Menschen – sowohl Männer als auch Frauen – „zu motivieren, sich aktiv an politischen Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Jede Bürgerin und jeder Bürger sollte Ideengeber für die Politiker sein.“ Dies versuche sie, sagt sie, ihren Mitbürgern zu vermitteln: „Wir alle sind mitverantwortlich für die Gestaltung unserer Gesellschaft.“

(bsch)