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Ein überaus deutliches Ergebnis für Saarwellingens Bürgermeister

Ein überaus deutliches Ergebnis für Saarwellingens Bürgermeister

Saarwellingen. Das überdeutliche Ergebnis bei der Bürgermeisterwahl in Saarwellingen überraschte gestern abend sogar die, die sich ihrer Prognose im Voraus sehr sicher waren: 92,3 Prozent der Stimmen erreichte der Amtsinhaber Michael Philippi, der zum zweiten Mal als freier Bewerber angetreten war. Damit wird er weitere acht Jahre die Geschicke der Gemeinde bestimmen

Saarwellingen. Das überdeutliche Ergebnis bei der Bürgermeisterwahl in Saarwellingen überraschte gestern abend sogar die, die sich ihrer Prognose im Voraus sehr sicher waren: 92,3 Prozent der Stimmen erreichte der Amtsinhaber Michael Philippi, der zum zweiten Mal als freier Bewerber angetreten war. Damit wird er weitere acht Jahre die Geschicke der Gemeinde bestimmen.

Gute Wahlbeteiligung

Donnernder Applaus in der Festhalle, als der Gemeindewahlleiter Armin Weisgerber das vorläufige Endergebnis verlas. Rund 150 Zuschauer hatten sich dort versammelt, um die Ergebnisse aus erster Hand zu erfahren. Und eine lange Reihe von Gratulanten stand bereit, um den strahlenden Noch- und Wieder-Bürgermeister von Saarwellingen zu diesem außergewöhnlich deutlichem Ergebnis zu beglückwünschen.

Darunter war neben dem Mitbewerber Patrick G.W. Müller auch der Bürgermeister von Nalbach, Patrik Lauer, ebenso wie der langjährige Bürgermeister von Schwalbach, Eberhard Blaß.

Michael Philippi zeigte sich selbst ein wenig von dem Ergebnis überrumpelt: "Das ist fulminant! Dass das Ergebnis so klar wird, überrascht mich sehr positiv", freute sich der 53-Jährige an der Seite seiner Frau Helga. "Gleichzeitig ist das natürlich eine große Herausforderung, weil ich dem riesigen Vertrauensvorschuss der Saarwellinger Bürger auch gerecht werden will." Der wiedergewählte Bürgermeister kann sich nun in seiner nächsten Amtszeit einem deutlichen Rückhalt in der Bevölkerung sicher sein - nachdem er im Wahlkampf bereits von vier Parteien, nämlich SPD, CDU, FDP und FWG, unterstützt worden war.

Der Herausforderer Patrick G.W. Müller von den Grünen war dagegen sichtlich geschockt. "Ich habe dem Bürgermeister zu dem eindeutigen Ergebnis gratuliert", sagte Müller kurz darauf. "Aber wir Grünen haben einen guten Wahlkampf gemacht und inhaltlich als Einzige wirklich Themen transportiert. Es war eben eine reine Personenwahl." Zufrieden mit dem Ergebnis war der 40-jährige Müller nicht: "Ich bin ein bißchen enttäuscht, zehn Prozent wollte ich haben, leider bin ich deutlich unter meinen Erwartungen geblieben."

Um kurz vor 18 Uhr waren noch einzelne Saarwellinger in das Wahllokal in der Festhalle spaziert. Trotz des sonnigen Wetters zog es erfreulich viele der insgesamt 11 273 Wahlberechtigten in die fünf Wahllokale. Die Wahlbeteiligung lag bei insgesamt 57,05 Prozent, und war damit etwas geringer als bei der Wahl vor acht Jahren mit damals rund 65 Prozent. Bei der Wahl im Jahr 2003 hatte Michael Philippi nach der Stichwahl gegen SPD-Kandidat Stefan Weirich 68,4 Prozent, also 5029 Wählerstimmen erreicht.

Meinung

Verdientermaßen abgewatscht

Von SZ-RedakteurinNicole Bastong

Diesem Ergebnis ist kaum etwas hinzuzufügen. Fast, aber nur fast, könnte einem Patrick G.W. Müller Leid tun. Wenn er es nach diesem Wahlkampf nicht verdient gehabt hätte, dermaßen abgewatscht zu werden: Warum inhaltlich, wenn es auch unsachlich geht? Nicht nur, dass Müller sich bei vielen Saarwellingern durch seine Müllaktion im August 2010 im Rathaus unbeliebt gemacht hat, auch durch die unsachlichen Beleidigungen seines Mitbewerbers in seinen Werbe-Flugblättern hat er sicherlich einige potentielle Wähler verschreckt - insgesamt ein peinliches Auftreten. Oder, mit anderen Worten: Auch die Grünen haben so Philippis Kandidatur unterstützt.

Denn darüber hinaus hatte der Herausforderer auch inhaltlich keine Substanz zu bieten, sondern versuchte nur unglücklich, bereits gesetzte Themen zu zerpflücken. Das geht in der Opposition, aber nicht im Wahlkampf. Aber gut: Volkes Stimme hat gesprochen, und was es gesagt hat, spricht für sich.

Nur ein Wunsch wird hiernach deutlich: Es wäre sicher eine gute Idee, allgemein die Hürden für Bürgermeisterkandidaten höher zu legen. Es ist zwar im Sinne der Demokratie, dem Bürger möglichst viele Wahlmöglichkeiten anzubieten - aber nicht, ihn zu langweilen.