| 19:21 Uhr

Ein Projekt mit grüner Handschrift

Das ökologische Gewerbegebiet „Primsaue II“ soll am südlichen Ortsrand von Nalbach an der Saarwellinger Straße entstehen.
Das ökologische Gewerbegebiet „Primsaue II“ soll am südlichen Ortsrand von Nalbach an der Saarwellinger Straße entstehen.
Nalbach. Ein ökologisches Gewerbegebiet brachte der Nalbacher Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor den Sommerferien einstimmig auf den Weg. Dieses soll den Belangen von Natur, Wirtschaft und Allgemeinheit Rechnung tragen. Johannes A. Bodwing

Als "sehr ambitioniertes Projekt" bezeichnete Bürgermeister Peter Lehnert das geplante Gewerbegebiet "Primsaue II". Denn es soll vielfältige ökologische Funktionen enthalten. Die wesentliche Gestaltung umriss Veronika Wolf, Geschäftsführerin des Büros "zeroemission" in Wuppertal.



Gebiet ist vier Hektar groß

Im November 2015 habe sie den Auftrag dafür bekommen. "Heute sind wir fertig mit der Rahmenplanung", sagte Wolf zum termingerechten Abschluss. "Es soll eine schöne grüne Qualität werden." Nachhaltig, klimaneutral und mit einem guten Arbeitsumfeld. Dafür werde die Flächenversiegelung stark eingeschränkt.

Das geplante Gewerbegebiet "Primsaue II" sei etwa 4,2 Hektar groß. Es liege am südlichen Ortsrand von Nalbach in einer Ecke zwischen Saarwellinger Straße und Eisenbahnstraße. Die Zufahrt erfolge von einem Kreisel an der Einmündung Eisenbahnstraße. Gleich an der Einfahrt zu "Primsaue II" sieht Wolf ein Gemeinschaftshaus vor. Unter anderen mit Café oder Bistro, Kinderbetreuung und Fahrradverleih. Für die Energieversorgung gebe es zwei Möglichkeiten, zentral oder dezentral. Fotovoltaik und Geothermie wären denkbar, ebenso ein Blockheizkraftwerk.

Die Flächen für Firmen lägen zwischen 1000 und 3900 Quadratmetern. "Wenn größere erforderlich sind, dann legt man das zusammen." In einem ersten Bauabschnitt werde der Bereich ab Eisenbahnstraße erschlossen. Der zweite Bauabschnitt betreffe dann den nördlichen Teil. "Ökologisches Bauen mit den entsprechenden Materialien", schlägt Veronika Wolf vor. Außerdem Wärmedämmung, Passivhaus-Standards und ökologisches Bodenmanagement. Auch sollen die Gebäude begrünt werden. Die nahe gelegene Bushaltestelle könne für die ÖPNV-Anbindung genutzt werden.



Mitten im Gewerbegebiet und am westlichen Rand werden schützenswerte Biotope integriert. Dem Kiesabbau trage man Rechnung mit frei bleibenden Flächen. Unter einer Hochspannungsleitung werde auf einer Breite von 30 Metern nicht gebaut.

Die insgesamt rund 42 000 Quadratmeter enthalten etwa 14 000 Quadratmeter Grünfläche. Rund 19 000 Quadratmeter wären Gewerbefläche. Die Wege innerhalb von "Primsaue II" sollen nicht als Straßen ausgelegt werden. Vielmehr als gemeinsame Räume für Fußgänger, Radfahrer und Autos. Das Gebiet erhalte einen teilweise 20 Meter breiten Grünstreifen. Der soll das Umland abschirmen sowie eine Vernetzung mit der angrenzenden Landschaft herstellen. Für Regenwasser seien Rückhaltung und Versickerung vorgesehen. Die Nutzung von Regenwasser könne den Wasserverbrauch senken.

Firmen schaffen Arbeitsplätze

Mit diesem Konzept, erklärte Bürgermeister Lehnert, wende man sich nun an das Wirtschaftsministerium und versuche Fördermittel zu erhalten. Die Firmen, die dort hin wollten, schafften auch richtig Arbeitsplätze. Eine von ihnen plane mit 65 Arbeitskräften, eine andere wolle mit 40 Arbeitern beginnen und auf 100 aufstocken. Die drei Fraktionen des Nalbacher Rates stimmten geschlossen für diese Planung.

So sieht der Entwurfsplan für das ökologische Gewerbegebiet „Primsaue II“ in Nalbach zwischen Saarwellinger Straße und Eisenbahnstraße aus. Fotos: Johannes A. Bodwing
So sieht der Entwurfsplan für das ökologische Gewerbegebiet „Primsaue II“ in Nalbach zwischen Saarwellinger Straße und Eisenbahnstraße aus. Fotos: Johannes A. Bodwing