Der Gipfel des Genusses

Nalbach. Gleich ist es geschafft. Noch 200 Meter, dann hat Martin Schedler das Gipfelkreuz des Litermonts erreicht. Sogar jetzt, kurz vor dem Ziel, ist das Tempo des 28-Jährigen noch immer irre hoch. Die Strapazen auf der 9,4 Kilometer langen Laufstrecke mit ihren 350 quälenden Höhenmetern haben aber auch beim Führenden Spuren hinterlassen. Das Gesicht ist verzerrt

Nalbach. Gleich ist es geschafft. Noch 200 Meter, dann hat Martin Schedler das Gipfelkreuz des Litermonts erreicht. Sogar jetzt, kurz vor dem Ziel, ist das Tempo des 28-Jährigen noch immer irre hoch. Die Strapazen auf der 9,4 Kilometer langen Laufstrecke mit ihren 350 quälenden Höhenmetern haben aber auch beim Führenden Spuren hinterlassen. Das Gesicht ist verzerrt. Matschflecken übersäen den Körper. "Bergauf, bergab auf Schotter, Matsch und Wiese, es war alles dabei. Ein tolles Erlebnis", stöhnt Schedler nach dem Zieleinlauf, "hart und anspruchsvoll." Der Leichtathlet vom SV Saar 05 ist viel gewöhnt. Doch dieser 11. Litermont-Berglauf, der ging dem Alpen-Läufer an die Substanz. Schuld daran waren nicht allein die knackigen Steigungen, holprigen Gefällstrecken, steinigen Pfade und steilen Wiesenstücke. Das kühle Regenwetter machte dem Sieger zu schaffen. "Es hat schon beim Start wie aus Eimern geschüttet, nach zwei Kilometern waren meine Arme so steif, dass ich sie kaum noch bewegen konnte", erzählt der Mann, der sechs Tage zuvor den Halbmarathon in St. Wendel gewonnen hatte. Schedlers Siegerzeit am Berg konnte sich auch sehen lassen: 32:15,4 Minuten - damit war er fast drei Minuten schneller als der Zweitplatzierte Marco Forster vom LSC Kusel unterwegs.Die 21 Kilometer von St. Wendel steckten auch Doris Balke, der ältesten Starterin am Litermont, noch in den Beinen. Am kommenden Freitag will die 68-jährige Saarlouiserin beim Hamburg-Marathon starten. Aber deshalb auf den geliebten Berglauf verzichten - das kam für Balke nicht in Frage. "Ich war jedes Mal dabei. Aber heute", pustet das Ausdauer-Wunder, "ist es mir besonders schwer gefallen." Ähnlich äußern sich später auch die anderen 103 Läuferinnen und Läufer. "Schön und schlammig war es, mehr Cross- als Berglauf", lacht Christian Seibel, 36, vom TV Saarwellingen. Albert Kirch aus Düppenweiler erschrickt beim Anblick seiner neuen Schuhe. "Alles voller Dreck. Ungünstiger Tag, um die Dinger einzuweihen", lacht der 69-Jährige zufrieden. Für Sandra Naudorf vom TV Lebach war es der siebte Start. "Der Berglauf ist immer wieder schön", so die Siegerin bei den Damen, "ich bin aber froh, dass es vorbei ist." Vereinskollegin Petra Burger-Holland, 38, fand alles "einfach nur grandios". Für das Wetter konnte der Veranstalter TV Nalbach schließlich nichts, dafür aber für den bestens abgesteckten Kurs, für den es viel Lob gab. "Es sind immer wieder die gleichen netten Verrückten, die hier laufen. Es könnte Hühnereier hageln, die kommen trotzdem", freut sich Lauf-Organisator Patrick Akroud über die positiven Rückmeldungen.

Auf einen BlickPlatzierungen Männer: 1. Martin Schedler, Saar 05 Saarbrücken, 32:15,4 Minuten; 2. Marco Forster, LSC Kusel, 35:05,9; 3. Dirk Falkenstein, Fola, 35:22,4; 5. Roman Werth, TV Lebach, 35:34,1.Platzierungen Frauen: 1. Sandra Naudorf, TV Lebach, 41:04,1 Minuten; 2. Silke Kruchten, LSG Saarbrücken-Sulzbachtal, 43:25,0; 3. Tina Wessely, Spiridon Hochwald, 44:51,5. 4. Martina Risch, TV Lebach, 45:23,1. ros