1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Nalbach

Das neue Rathaus ist bald fertigWeniger Großprojekte, mehr Energiesparen

Das neue Rathaus ist bald fertigWeniger Großprojekte, mehr Energiesparen

Nalbach. Der Umzugstermin ist bereits anvisiert. Mitte dieses Jahres soll die Nalbacher Verwaltung vom Rathaus neben der Feuerwache in die umgebaute ehemalige Fußbachschule wechseln. Grund dafür sind die beengten Platzverhältnisse im alten Rathaus und dessen baulicher Zustand. Den Umbau des rund 80 Jahre alten Schulgebäudes hatte der Gemeinderat im Oktober 2009 mehrheitlich beschlossen

Nalbach. Der Umzugstermin ist bereits anvisiert. Mitte dieses Jahres soll die Nalbacher Verwaltung vom Rathaus neben der Feuerwache in die umgebaute ehemalige Fußbachschule wechseln. Grund dafür sind die beengten Platzverhältnisse im alten Rathaus und dessen baulicher Zustand.

Den Umbau des rund 80 Jahre alten Schulgebäudes hatte der Gemeinderat im Oktober 2009 mehrheitlich beschlossen. Ab Frühjahr 2010 wurden Dach und Decken abgebrochen, danach folgte deren Neubau. Gegen Herbst 2010 ging es mit dem Innenausbau weiter, die klassische Rohbauphase war im Mai 2011 abgeschlossen. Dann kamen Elektrik, EDV, Heizungsbau und vieles mehr.

"Derzeit laufen sozusagen die letzten Arbeiten", stellte Bürgermeister Peter Lehnert dar. Beispielsweise der Fußbodenausbau und Anstrich der Wände. Letzteres erfolge nach einem Farbleitsystem in Pastelltönen. Das ermögliche den Bürgern eine bessere Orientierung.

Alle Stockwerke sind nun barrierefrei zugänglich, viele Räume multifunktional. Es gibt ein Bürgerbüro und eine Informationstheke. Die frühere Schulturnhalle wurde zum Dorfgemeinschaftssaal. Dort können auch Ratssitzungen und Gemeindeveranstaltungen stattfinden. Ein Trauzimmer liegt ganz oben unter dem Dach mit Blick zum Himmel. Im Rahmen der "Null-Emissions-Gemeinde" wird das neue Rathaus über Fotovoltaik versorgt. Außerdem ist es an ein Nahwärmenetz angeschlossen. Zusätzlich senken LED-Beleuchtung und Solarthermie. den Verbrauch.

Um das Rathaus liegt eine Außenanlage von etwa 3000 Quadratmetern. Die wird zum Teil mit Natursteinen gepflastert. 39 Parkplätze entstehen dort, drei davon für Behinderte. Der Vorplatz ist künftig auch als kleiner Festplatz nutzbar.

Dass Nalbach ein neues Rathaus bekomme, fand Lehnert "hundert Prozent richtig". Er erwarte sich damit eine viel größere Bürgernähe. Außerdem sei die Verwaltung dann komplett in einem Gebäude und könne besser zusammenarbeiten. Denn immer noch ist ein Teil der Mitarbeiter in Container ausgegliedert. Dies war im Februar 2008 eine Folge des schweren Grubenbebens.

"Ende Januar geht ein Team die Planung für den Umzug an", sprach Lehnert die weitere Planung an. Rund 45 Verwaltungsmitarbeiter sind dort unterzubringen. Dazu kommen noch Mieter wie der Wasserzweckverband und Ärzte.

Die reinen Baukosten belaufen sich auf 5,74 Millionen Euro an. Einschließlich Planungskosten, Inneneinrichtung und Außenanlagen sind es rund acht Millionen Euro. An Zuschüssen gab es 2,675 Millionen Euro.Herr Lehnert, sie haben angekündigt, anstatt in Großprojekte mehr in Kinder und Jugendliche zu investieren. Was bedeutet das für das Projekt Null-Emmissions-Gemeinde Nalbach?

Lehnert: Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich eine zutiefst ökologische Einstellung habe und diese auch lebe. Ich war auch einer der Ersten, der in der Gemeinde Nalbach, der 1993/94 eine eigene Solaranlage auf dem Dach hatte. Ich stehe also voll und ganz hinter dem Projekt. Die Großprojekte, wie der Umbau der Fußbachschule zum Rathaus werden natürlich wie geplant beendet. Wo wir sinnvoll und ohne Qualitätsverlust sofort Einsparungen vornehmen können, werden wir dies auch tun. Das gilt insbesondere für die kommunalen Liegenschaften und für alle laufenden und zukünftigen Projekte. Wir wollen uns dabei mehr auf die kleinen Dinge konzentrieren, die nachhaltig über ein verantwortungsbewusstes Verhalten zu verändern sind. Wir müssen dies auch tun, weil wir, wie viele andere Kommunen, kaum mehr Finanzspielraum haben, um Großinvestitionen zu stemmen. Unser Augenmerk liegt dabei vor allem auf den privaten Haushalten. Der Masterplan hat gezeigt, dass die Privathaushalte über 80 Prozent am Strom- und Wärmeverbrauch beteiligt sind, da es in Nalbach wenig Industrie und Gewerbe gibt. Hier kann die Gemeinde durch eine gute Beratung viel für die Umwelt und durch sinnvolle Maßnahmen auch sehr viel für den Geldbeutel der Bürger tun.

Was genau ist denn geplant?

Lehnert: Vorhandene Einrichtungen und Konzepte wie das Energieberaternetzwerk, die Energiemessen und die Informationen im Amtsblatt will ich weiter verstärken. Durch einen besseren Internetauftritt der Gemeinde sollen Informationen noch besser vermittelt werden. Ich möchte die Verantwortlichen in der Gemeinde und vor allem die Hausmeister noch mehr motivieren, in den kommunalen Gebäuden Energie zu sparen, etwa durch eine effektive Auslastung der Hallen, um Heizkosten zu senken. Ich verzichte auch auf einen Dienstwagen, bin mehr zu Fuß oder mit dem Fahrrad in der Gemeinde unterwegs. Und ich nehme meine Büromöbel ins neue Rathaus mit. Viele meiner Mitarbeiter wollen dies genauso tun. Jede neue Aktivität der Gemeinde soll durch ein Raster von Energiestandards laufen, bevor sie umgesetzt wird. Wir wollen das Thema Umwelt und Energiesparen generell mit etwas mehr Spaß verbinden, um unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen, und hier will ich vor allem die Kinder noch mehr in den Prozess einbinden.

Gibt es gar keine größeren, neuen Vorhaben im Rahmen der Null-Emmissions-Gemeinde?

Die neue Fassade der ehemaligen Fußbachschule in Nalbach ist schon fertig. Hier wird künftig das Rathaus sein.Foto: Bodwing.

Lehnert: In Zukunft wollen wir die beiden Hackschnitzelheizungen noch wirtschaftlicher als geplant betreiben, indem wir Energieholz auf ungenutzten Flächen in Nalbach anpflanzen. Bisher kaufen wir das Holz für die Anlagen ausschließlich zu. Wir wollen einen größeren Anteil kostengünstiger und klimaschonender selbst produzieren und eigene Potenziale im Wald nutzen. Außerdem wollen wir die regionale Wertschöpfung verstärkt in den Fokus rücken. Auch da können Bürger und Gewerbetreibende mitziehen. Foto: Thomas Seeber