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Damit niemals Einsamkeit aufkommt

Damit niemals Einsamkeit aufkommt

Im höheren Alter soziale Kontakte zu halten, ist zunehmend eine Herausforderung. Eine Hilfe sind seit acht Jahren im Landkreis Saarlouis die Seniorenpaten. Ihr viertes Begegnungsfest haben sie in Körprich gefeiert.

Rund 50 Seniorenpaten kümmern sich im Kreis Saarlouis um knapp 120 ältere Personen. Diesen ehrenamtlichen Besuchsdienst gibt es seit acht Jahren in Kooperation mit Caritas und Arbeiterwohlfahrt (Awo). Etwa 90 Senioren und ihre Paten trafen sich am Mittwoch zum vierten Mal im Gasthaus Spurk in Körprich zu einem gemütlichen Nachmittag. Bei Mittagessen, Kaffee und Kuchen sowie einem Sketch und Liedern blühten die älteren Semester auf.

Den Besuchsdienst lasse sich der Landkreis jährlich 145 000 Euro kosten, erwähnte Landrat Patrik Lauer in seiner Begrüßung. Damit werden zwei Koordinatoren finanziert sowie die Sachkosten. Auf der anderen Seite helfe dieser Besuchsdienst mit, dass ältere Menschen länger zu Hause bleiben könnten. Das spare Kosten in der Heimbetreuung und sorge für längere Lebensqualität. "Ich habe zwei Damen", sagte Anne Zimmer. Bei denen ist sie seit Jahren freitags und samstags für zwei bis drei Stunden. "Man wird ja selbst mal alt und möchte dann auch, dass jemand für einen da ist." Josefine Wagner ist seit fünf Jahren dabei: "Manchmal nehme ich meinen Hund mit, aber nur, wenn das gewollt ist." Dieser Hund habe es geschafft, dass eine ältere Frau wieder aus dem Haus ging, das sie lange Zeit nicht verlassen hatte. "Ansonsten redet man mit den Menschen, geht mit ihnen spazieren oder spielt Spiele."

"Man unterhält sich", sagte eine Frau im Rollstuhl. "Und man kann mit den Paten seine Sorgen teilen." Das helfe über die Einsamkeit hinweg, wenn der Mann nicht mehr da sei und die Kinder weit weg. "Ich habe lange andere gepflegt", sagt Helen Hoffmann. "Als die nicht mehr da waren, kam ein tiefes Loch. Und dann der Besuchsdienst bei Senioren." Das mache sie inzwischen gut fünf Jahre. Acht Seniorinnen habe sie jetzt. "Die Jüngste wird 73, die Älteste ist 95." Viele seien noch recht fit. "Eine ist 89, sie hat sich für Whatsapp interessiert. Jetzt kommunizieren wir darüber."

Über Hoffmann kam Gudrun Kiefer zum Besuchsdienst. "Sie fragte mich, willst du das nicht auch machen?" Nun besuche sie einmal die Woche eine Seniorin. "Es tut einem selber gut. Man bekommt da viel zurück." Nicht über alles redeten die Patinnen. Denn "das erzählt man nicht rum, das gehört zum Vertrauensverhältnis dazu". Es seien überwiegend Frauen, die besucht werden und die als Paten tätig seien, erklärte Doris Bierenfeld. Sie koordiniert bei der Caritas etwa 24 Paten für 43 Senioren. Bei den ersten Kontakten ist sie mit dabei. Dann werde geklärt, ob die Chemie stimmt. Das sei meist der Fall. Es gebe im Monat 20 Euro Aufwandsentschädigung. Das wiege aber den Wert des Ehrenamtes nicht auf. Denn "wenn sich niemand mehr um die Alten kümmert, verkümmert die Gesellschaft".