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Damit der jiddische Wortschatz nicht verloren geht

Die Sprachwissenschaftlerin Professor Maria Besse und ihr Mann Thomas (l.) stellten Nalbachs Bürgermeister Peter Lehnert (r.) den Entwurf ihres Jiddisch-Wörterbuches vor. Foto: Dieter Lorig
Die Sprachwissenschaftlerin Professor Maria Besse und ihr Mann Thomas (l.) stellten Nalbachs Bürgermeister Peter Lehnert (r.) den Entwurf ihres Jiddisch-Wörterbuches vor. Foto: Dieter Lorig FOTO: Dieter Lorig
Nalbach. Der jiddische Wortschatz soll in einem Buch festgehalten werden. Dazu benötigen Professor Maria Besse und ihr Mann Thomas auch andere Infos, wie Geschichten aus dem Zusammenleben mit der jüdischen Bevölkerung. Dieter Lorig

Für den Nalbacher Bürgermeister Peter Lehnert ist es eine Herzenssache. Der jiddische Wortschatz , über den nur noch wenige Nalbacher verfügen, soll auf Dauer in einem fundierten Wörterbuch gesichert werden. Seit einem Jahr arbeiten die Sprachwissenschaftlerin Professor Maria Besse und ihr Mann Thomas gemeinsam mit der Nalbacher Verwaltung daran, jiddische Wörter und Redewendungen für das Buchprojekt zu sammeln.

Hierfür befragte Besse bereits einige Nalbacher Bürger, die heute noch über den selten gesprochenen lokalen Dialekt der jiddischen Sprache Auskunft geben können.

Vor ihrer endgültigen Vertreibung durch die Nazis im Jahr 1940 lebte in Nalbach eine kleine Gruppe jüdischer Mitbürger. Überwiegend jüdische Metzger und Viehhändler sprachen damals Jiddisch. Deren Sprache mischte sich teilweise mit der Landfahrersprache. Zum Teil nahm auch die nichtjüdische Bevölkerung von Nalbach zumindest Begriffe und Redewendungen aus dem Jiddischen an.

Die Autoren des geplanten Wörterbuches sind nach wie vor an Kontakten zu Personen aus Nalbach und Umgebung sehr interessiert, die noch Jiddisch oder Teile davon verstehen und sprechen. Zudem interessieren sich die Autoren für Informationen über das damalige Brauchtum, die Zeremonien, Kochrezepte der Juden ebenso wie für Fotos, alte Zeitungsartikel oder sonstige Geschichten aus dem Zusammenleben mit der jüdischen Bevölkerung.

Kontakt unter der Telefonnummer (0 68 06) 4 89 81; E-Mail: maria@besse.de.