"Bildung liegt mir am Herzen"

Hüttersdorf. "Gigantisch", in dieses Wort fasst Manfred Reiter, Berufsschullehrer aus Hüttersdorf, die Erlebnisse der vergangenen Woche auf der Didacta in Hannover zusammen. Er sei noch gar nicht so ganz wieder zu Hause angekommen, aber, das stehe jetzt schon fest, die Tage auf der Messe waren mehr als erfolgreich, erzählt er

Hüttersdorf. "Gigantisch", in dieses Wort fasst Manfred Reiter, Berufsschullehrer aus Hüttersdorf, die Erlebnisse der vergangenen Woche auf der Didacta in Hannover zusammen. Er sei noch gar nicht so ganz wieder zu Hause angekommen, aber, das stehe jetzt schon fest, die Tage auf der Messe waren mehr als erfolgreich, erzählt er. Als Besucher war Reiter bereits mehrfach in Hannover zur Cebit und auch die Didacta, die Messe, die sich an Pädagogen aller Schulformen sowie an Bildungsinstitute richtet, kannte er aus der Besucherperspektive. Doch in diesem Jahr hat er die Seiten gewechselt, war erstmals als Aussteller dort. Reiter hat zwei Steckenpferde, wie er erzählt: "Da ist zum einen der europäische Gedanke, zum anderen liegt mir das Thema Bildung, wie etwa in den Comenius-Projekten, zum Wecken des gegenseitigen Verständnisses, sehr am Herzen", erklärte er.

Mehrere Projekte

So kam es schließlich, dass er als pädagogischer Berater für die EU tätig wurde. Bereits mehrere Projekte im Bildungsbereich hat er seitdem in Zusammenarbeit mit der EU auf den Weg gebracht. "Mit dem aktuellen Projekt P-Scales haben wir ganz besonders den Nerv von EU-Parlamentsmitglied Doris Pack, der Vorsitzenden des Kultur- und Bildungsausschuss des Europäischen Parlaments, getroffen. Sie fand das Projekt so gut, dass wir es nun mit der Unterstützung unseres deutschen Partners, Peter Lehnert, von der Agentur Kopfwerker aus Nalbach, auf der Messe präsentieren durften."

"Wir", das ist neben Manfred Reiter sein englischer Kollege Ian Lynch. Er hat das Projekt "P-Scales", basierend auf dem einheitlichen Curriculum, das in England für alle Schulen bindet ist, entwickelt. "Wir können anhand der Kompetenzraster in den verschiedenen Unterrichtsfächern genau und individuell den Wissensstand von Schülern im Bereich Sonderpädagogik ermitteln", erklärt Reiter. Deutlich macht er das Vorgehen anhand eines Beispiels: "Ein Autist etwa fällt durch das allgemeine Raster, weil er sich nicht artikulieren kann, es also im Bereich der Sprache keinen Nachweis gibt. Dennoch kann er im Bereich der Mathematik eine hohe Begabung haben. Die lässt sich mit P-Scales ganz exakt darstellen", sagte Reiter. Das System, das computergestützt arbeitet, soll den Lehrern im Bereich der Sonderpädagogik ermöglichen, zu jedem Zeitpunkt einem Schüler ein individuelles Zertifikat zu erstellen.

Kontakte knüpfen

Aufmerksam geworden auf der Didacta ist unter anderem Professorin Margitta Rudolph von der Universität Hildesheim. "Sie hat sich das Projekt zwei Stunden lang angeschaut und war dann überzeugt, dass sie es in ihren Studiengang für Sonderpädagogen einbauen möchte", erzählt Reiter. "Und allein für diesen Kontakt hat sich der Besuch der Messe mehr als gelohnt", so der Pädagoge abschließend.

Auf einen Blick

Das EU Projekt "P-Scales" hat eine Förderlaufzeit von zwei Jahren, läuft noch bis 2013. Der Impuls kommt aus England. Das "P" im Namen steht für "preliminery", was soviel wie "vor dem Curriculum" bedeutet. Es ist eine Methode der Kompetenzmessung von Schülern mit besonderen pädagogischen Anforderungen. In den verschiedenen Fächern wird anhand von Kompetenzrastern der individuelle Wissensstand abgebildet. Es soll zur Chancengleichheit im Bereich der Bildung beitragen. cim

Manfred Reiter (rechts) gemeinsam mit Ian Lynch auf der Didacta in Hannover Foto: SZ/Kopfwerker.

Weitere Informationen gibt es bei der Agentur Kopfwerker, Hubertusplatz 2, Nalbach, Telefon (0 68 38) 26 39.