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Besondere Talente fallen auf

Ohne Noten spielte die siebenjährige Anja Nuoxuan Zhao klassische Werke der Klaviermusik.
Ohne Noten spielte die siebenjährige Anja Nuoxuan Zhao klassische Werke der Klaviermusik. FOTO: az
Nalbach. Sechs Pianisten absolvierten die 2. Internationale Sommerakademie Nalbach. Am Samstag zeigten sie neugierig auf ihren eigenen Auftritt ihre Fortschritte bei einem Konzert im Rathaus-Saal. Johannes A. Bodwing

Nervös? Jetzt noch nicht, versicherte Teresa Spang am Samstagabend. Da stand das Abschlusskonzert zur Nalbacher Klavier-Sommerakademie im Rathaus-Saal bevor. Die 15-Jährige aus Ensdorf war unter den sechs Teilnehmern. "Ich habe schon letztes Jahr bei Herrn Brandt mit Unterricht begonnen", sagte Spang zum ersten Seminar 2015. "Da waren andere Leute dabei, und man bekommt auch von denen weitere Tipps." Ihr mache Musik einfach Spaß.


Heidi Rausch war mit 62 Jahren die älteste Teilnehmerin. Sie habe das Seminar zufällig in einer Musikschule entdeckt. "Das hat mich neugierig gemacht", sagte die Merzigerin. Und schwärmte davon, was Seminarleiter Uwe Brandt ihnen beigebracht hat. "Das ist ein hochkarätiger Profi, der es versteht, seine Kenntnisse zu vermitteln." Brandt gehe auf jeden einzelnen ein. Er "zeigt auch, dass man ein Stück in einzelnen Blöcken üben soll".

Noah Walczuch (12) aus Lebach spielt Klavier, seit er sieben Jahre alt ist. Er habe schon Auftritte in der Schule gehabt, und "seit etwa zwei Jahren bin ich bei den Regensburger Domspatzen ". Alexander Wißmann (17) kommt aus Eisenach, einem Dörfchen zwischen Trier und Bitburg. "Ich spiele mit der Vorstellung, Musiklehrer zu werden", sagte er. Aus Blieskastel kam Julian Kilian (19). Von einem Profi wollte er sich das Klavierspielen zeigen lassen. Dabei gehe es um technische Feinheiten, um Emotionen und die Entstehungsgeschichte eines Werkes.



Dieser Profi ist Uwe Brandt. Studierter Pianist, Dozent an der Hochschule für Musik Saar und vielfach ausgezeichneter Solist. Eine Woche lang widmete er sich jedem Teilnehmer täglich eine Stunde. Drei besondere Talente seien ihm aufgefallen. Wißmann und Kilian "spielen schon sehr erwachsen", stellte Brandt fest. Auf hohem Niveau sei auch die Jüngste der Gruppe, die siebenjährige Anja Nuoxuan Zhao aus Mainz. "Seit zweieinhalb Jahren", spiele sie Klavier, erzählte sie. Und ihr gefalle "wie das klingt". Beim Konzert spielte sie Beethovens Sonatine in F-Dur und Berkovitschs Variationen über Paganini. Zwar nicht völlig fehlerfrei, aber ohne Noten und mit der Ernsthaftigkeit eines Profis. Julian Kilian brillierte mit einer Sonate von Alban Berg . "Ein komplexes Stück", hob Brandt in der Pause hervor. Zwölftonmusik , und fast schon mathematisch.

Auch die Leistungen der anderen Teilnehmer klangen konzertverdächtig. Das sei mit ein Grund, sagte Brandt, weshalb es 2017 die nächste Auflage der Sommerakademie geben werde. "Das ist für uns eine besondere Geschichte", bestätigte Bürgermeister Peter Lehnert . Und die werde fortgesetzt.