1. Saarland
  2. Saarlouis

Mischa Theobald verlängert als Trainer in Schaffhausen

Fußball : Theobald macht weiter - und hört auf

Mischa Theobald wird kommende Saison Trainer bei Fußball-Verbandsligist SSC Schaffhausen bleiben. Seine Karriere als Spieler beendet der 30-Jährige aber – wegen ständiger Schmerzen im Sprunggelenk – mit sofortiger Wirkung.

Mischa Theobald macht bei Fußball-Verbandsligist SSC Schaffhausen weiter – und hört doch auf. Was auf den ersten Blick paradox klingt, macht bei näherer Betrachtung Sinn. Der 30-Jährige hat seinen Vertrag als Trainer für die Saison 2021/22 verlängert. Als Spieler wird der ehemalige Oberliga-Kicker (Röchling Völklingen und SF Köllerbach) dagegen mit sofortiger Wirkung nicht mehr zur Verfügung stehen.

„Ich hatte bereits zwei Operationen am Sprunggelenk im Fuß, weil ich dort einen Knorpelschaden habe. Gerade bei Stopp-Bewegungen habe ich deshalb ständig Schmerzen“, berichtet der Familien-Vater. „Bereits bei meiner letzten Operation vor vier oder fünf Jahren haben mir die Ärzte gesagt, dass ich das Sprunggelenk eines 80-Jährigen habe.“

Daher will sich Theobald künftig rein auf seine Aufgabe als Trainer beim SSC konzentrieren. „Es hat ja auch Vorteile, nur an der Seitenlinie zu stehen. Man hat alles viel besser im Blick und kann auch die Übungseinheiten besser steuern“, findet der 30-Jährige.

Theobald geht kommende Runde in seine dritte Saison bei den Rot-Weißen. Der Defensivspieler kam im Sommer 2019 von Saarlandligist SV Hasborn zum SSC. „Ich fühle mich im Verein wohl, die Strukturen stimmen und die Mannschaft passt“, nennt der ehemalige Oberliga-Spieler die für ihn ausschlaggebenden Gründe, seinen Vertrag zu verlängern.

Schaffhausens Vorsitzender Stefan Blaß erklärt: „Wir sind von der Arbeit von Mischa überzeugt, und das Team ist von ihm als Trainer begeistert. Deshalb mussten wir nicht lange überlegen, um mit ihm verlängern zu wollen.“ Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass Theobald nicht mehr selbst spielen kann. „Wir haben ihn zwar als Spielertrainer verpflichtet, aber Mischa hat auch schon gezeigt, dass er uns von draußen viele Impulse geben kann.“ Seit dem dritten Spieltag stand der 30-Jährige wegen seiner Verletzung schon nicht mehr auf dem Feld.

Auf der Suche ist Schaffhausen derzeit noch nach einem Co-Spielertrainer. Amtsinhaber Johannes Ruppenthal wird in diesem Monat Vater und hat sich deshalb entschlossen, eine Auszeit als Spieler und Co-Trainer zu nehmen. Der 29-Jährige bleibt dem Verein allerdings als Spielausschuss-Mitglied erhalten.

Zur Winterpause steht der SSC in seinem zweiten Verbandsliga-Jahr auf Platz sechs. „Damit bin ich zufrieden“, sagt Theobald. Seine Premieren-Saison in der neuen Liga 2019/20 hatte der Club zuvor sensationell auf Rang vier abgeschlossen. Vor Rundenbeginn hatte Theobald geglaubt, dass das Erreichen einer ähnlich guten Platzierung dieses Mal kaum möglich sei – weil für einen Aufsteiger die zweite Saison immer die schwerere sei. Als Saisonziel gab der 30-Jährige den Klassenverbleib an.

„Dazu kam noch eine völlig verkorkste Vorbereitung“, blickt der Übungsleiter zurück. Nach der langen coronabedingten Pause im Frühjahr, waren nicht alle Spieler fit. „Deshalb konnte ich nicht so trainieren, wie ich wollte, und musste die Belastung steuern.“ Danach war es wenig verwunderlich, dass es auch einige schwache Testspiele gab. Der SSC verlor beispielsweise gegen die Landesligisten FSG Bous (0:2) und FC Kleinblittersdorf (2:4).

„Danach haben die Jungs aber gezeigt, dass ich mich auf sie verlassen kann, wenn es drauf ankommt“, freut sich Theobald. In den ersten sechs Begegnungen gelangen vier Siege, ein Unentschieden, und es gab nur eine Niederlage.

Mischa Theobald geht im Sommer in seine dritte Saison mit dem SSC Schaffhausen. Foto: Ruppenthal

In den beiden letzten Wochen vor der neuerlichen Corona-Zwangspause gab es dann allerdings zwei Duelle gegen Top-Clubs, in denen Schaffhausen ohne Punkte blieb. Gegen den verlustpunktfreien Spitzenreiter FC Rastpfuhl zogen die Rot-Weißen trotz einer 3:2-Führung bis zur 88. Minute mit 3:4 den Kürzeren. Danach verlor das Theobald-Team beim SC Reisbach mit 1:4. Trotzdem ist der SSC dank des guten Starts auf dem besten Weg, das anvisierte Ziel Ligaverbleib zu erreichen. Selbst wenn es vier Absteiger geben sollte, hat Schaffhausen aktuell acht Zähler Vorsprung vor der „roten Linie.“