| 17:37 Uhr

Metaller-Warnstreik
Metaller sagen: „Die zwei Prozent sind eine Frechheit“

IG-Metall-Streik am Mittweochmorgen bei den Fordwerken in Saarlouis.
IG-Metall-Streik am Mittweochmorgen bei den Fordwerken in Saarlouis. FOTO: Ruppenthal
Saarlouis. „Grünes Licht“ für einen 24-Stunden-Warnstreik: Rund 4000 Beschäftigte von den Ford-Werken, aus Betrieben des Ford-Industrieparks sowie den umliegenden Betrieben der Metall- und Elektroindustrie folgten am Mittwochmorgen dem Aufruf der IG Metall zum Warnstreik im Metall-Tarifkonflikt auf dem Saarlouiser Röderberg. Von Rolf Ruppenthal

„Die Menschen leisten gute Arbeit, und wer gute Arbeit leistet, hat ein gutes Einkommen verdient“, sagt dazu der zweite Bevollmächtigte Guido Lesch. Markus Thal, Betriebsratsvorsitzender der Ford-Werke Saarlouis, bezeichnete das Arbeitgeberangebot von zwei Prozent als „eine Frechheit“. Robert Hiery, erster Bevollmächtigter der IG Metall, erinnerte daran, dass eine „kräftige Erhöhung der Entgelte auch die Wirtschaft ankurbelt“. Auch die Forderung nach Verkürzung der Arbeitszeit für bestimmte Arbeitnehmergruppen auf Zeit passe in die moderne Industriegesellschaft, zum Beispiel wegen Kinderbetreuung, Pflege von Eltern oder besonderer Belastungen für Schichtarbeiter.



Dem Warnstreikaufruf folgten nicht nur die Mitarbeiter von Ford, sondern zahlreiche Metall-Betriebe der Umgebung. Mit grünen Abstimmungskarten zeigten die Metaller ihren Kampfeswillen und ihre Streikbereitschaft. Kai Sarg, Vertreter der IG Metall-Jugend, forderte einen Freistellungstag für alle Auszubildenden bei ihrer Prüfung sowie mehr Investition in die Ausbildung junger Menschen. „Fünf vor zwölf“ hieß es dann kurz vor Mitternacht, als die Nachtschicht der Fordwerke die Arbeit niederlegte.