Kolumne Apropos : (Nicht) auf den Kopf gefallen

Bücher sind gefährlich. Sie setzen einem Ideen in den Kopf, die den Leser schnell zum Revoluzzer werden lassen, der die Weltrevolution plant. Oder zum tollkühnen Abenteurer, der sich in waghalsige Expeditionen stürzt.

Oder zur Feministin  – als eine Freundin Simone de Beauvoir für sich entdeckte, war an normale Gespräche mit ihr nicht mehr zu denken. Aber Bücher können auch Schmerzen bereiten und das gilt nicht nur für tragische Liebesgeschichten wie die von Madame Bovary oder Effie Briest. Bücher tun weh. Wie dieses, das mir auf den Kopf fiel.

Gerade, als ich vor dem Regal mit den Bestsellern stand, kippte es um und landete auf meinem Schädel. Nicht etwa flach, sondern mit der harten Ecke nach unten. War ja klar. Welches Buch versuchte da, auf so aufdringliche Weise, meine Aufmerksamkeit zu erhaschen? Es war: „Woman on fire“. Wow. Was für ein Titel! „Frau unter Feuer“ – das musste wirklich ein besonderes Buch sein. Wäre da nicht der Untertitel gewesen: „Die fabelhaften Wechseljahre der Frau“.

Da war ich raus. Bin nicht die Zielgruppe. Zum Glück gibt es ja noch andere Beststeller. „Angela Merkel. Die Kanzlerin und ihre Zeit“ zum Beispiel. „Merkel on fire“ hätte dem Autor auch keiner abgenommen bei ihrem Temperament. Die Noch-Kanzlerin hat offenbar vor 20 Jahren ihren Blutdruck verloren und seitdem nicht wiedergefunden. Ob das Buch gefährlich ist, weiß ich noch nicht. Auf den Kopf gefallen ist es mir jedenfalls bislang nicht.