Margot Page und das Café Central in Saarlouis in Saarlouiser Heften

Heimatgeschichte : Notizen aus der Saarlouiser Vergangenheit

Die Saarlouiserin Margot Pagé lebt seit 1956 in Kanada. In den „Saarlouiser Heften“ skizziert sie ihr Leben vor und nach dem Krieg.

Es hat in vieler Hinsicht Seltenheitswert, was Margot Pagé erzählen kann: Ihre Erinnerungen an Saarlouis vor, im und nach dem Zweiten Weltkrieg, das gesellschaftliche Leben, wie sie es aus dem elterlichen Café Central kannte, die Frische, mit der sie schreibt. Erstmals hatte sie 2016 einige Episoden für die Saarbrücker Zeitung geschrieben. Jetzt hat die heimatkundlich-historische Illustrierte „Saarlouiser Hefte“ einen längeren Text von ihr veröffentlicht. Darin schildert sie nicht nur die Zeit um den Weltkrieg, sondern auch den Fortgang ihres Lebens bis heute.

Margot Pagé, geborene Pfeiffer, war das Patenkind von Regina Gill (“Tante Mädy“), der Ehefrau von Ernst Gill, einem Kinobesitzer und später der Erbauer des Theaters am Ring in Saarlouis.

Als Margot Pfeiffer 1936 geboren wurde, betrieben ihre Eltern seit ein paar Jahren Pfeiffer’s Weinstube in einem Gebäude, das heute noch an der Ecke Vaubanstraße/Schlächterstraße steht. Aus den Weinstuben wurde etwas später das „Café Central“, benannt nach einem Café in Wien, das ihr Vater kennengelernt hatte. Das Central, schildert die Tochter, war vor allem in den Nachkriegsjahren ein beliebter gesellschaftlicher Treffpunkt.

Die Eltern schickten die Elfjährige 1947 auf ein Internat nach Sarrebourg, eine Zeit bei Nonnen, an die Margot Pagé die besten Erinnerungen hat. „Es waren glückliche Jahre.“ Dort lernte sie auch Französisch. Dann ging es auf das Lycée Maréchal Ney in Saarbrücken. Die Ausbildung dort „erlangte später in Kanada eine erhebliche Bedeutung für meine Tätigkeit als Kommissarin in der Commission scolaire des Grandes-Seigneuries“. Für diese Aufsichtsbehörde arbeitet Margit Pagé bis heute.

Weihnachten 1954 hatte sie sich mit Gerry Pagé verlobt. Den kanadischen Luftwaffen-Offizier hatte sie kurz vorher im Café Central ihrer Eltern kennengelernt. Heirat 1956, seitdem lebt Margot Pagé in Candiac in der kanadischen Provinz Quebec mit ihrer Familie. Und erinnert sich, wie sie immer wieder berichtet, gern an ihre Zeit in Saarlouis.

Der Beitrag „Das Café Central — Erinnerungen einer Saarlouiserin“ ist in der Ausgabe 3/2019 der Saarlouiser Hefte zu lesen. 4,95 Euro im Buchhandel