Literaturtage erLesen! im Saarland beginnen im Kreis Saarlouis

Lese-Festival Saar : Literatur-Festival wird in Saarlouis eröffnet

Der Titel der Reihe ist eindeutig mehrdeutig: Erlesen soll das Feld der Autorinnen und Autoren sein. Und Zuhörer sollen sich beim Festival Neues erlesen dürfen.

Quer durchs ganze Saarland stellen sich vom 30. März bis 13. April Autorinnen und Autoren dem Publikum vor. Es sind die zweiten Literaturtage hier, eröffnen wird sie die Autorin Anne Gesthuysen im Festsaal des Theaters am Ring in Saarlouis am Samstag, 30. März, 19 Uhr. Sie wird aus ihrem jüngsten Buch „Mädelsabend“ lesen und darüber plaudern. Zwischendurch spielt die heimische Chansonband Die Schoenen. Das Buch heißt zwar „Mädelsabend“, aber zu der Lesung sind nicht nur Frauen zugelassen, betont Kulturamtsleiterin Julia Hennings (15/12 Euro, Tickets bei den Saarlouiser Buchhandlungen und bei Ticket Regional).

Die Eröffnung ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der saarländischen Buchhandlungen und der Stadtbibliothek Saarlouis. Die Buchhandlungen und Verlage aus dem Saarland sowie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels (Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) sind Ausrichter dieses Lese-Festivals. Das sind 40 Termine: einige Gemeinschaftsveranstaltungen wie die in Saarlouis und zahlreiche weitere, die von einzelnen Buchhandlungen organisiert werden. Den Abschluss bildet der gemeinschaftliche „Saarländische Abend“ am Samstag, 13. April, 19.30 Uhr, auf dem Theaterschiff Maria Helena (am Saarufer in Saarbrücken). Dort stellen sich saarländische Verlage vor. Dieser Abend findet zuvor auch auf der Leipziger Buchmesse statt.

Im Kreis Saarlouis geht es nach dem Auftakt weiter mit Valija Zinck, die am 2. April in Lebach aus „Drachenerwachen“ liest, allerdings in einer nicht öffentlichen Schulveranstaltung. Michael Tsokos liest aus dem Rechtsmediziner-Krimi „Abgeschlagen“ am Mittwoch, 3. April, 20 Uhr, in der Buchhandlung Drachenwinkel in Diefflen (sieben Euro).

Michael Kumpfmüller kommt auch, dieses Mal mit was Leichterem, als man es von ihm gewohnt ist: am Donnerstag, 4. April, 19.30 Uhr, liest und erzählt er im Theater am Ring in Saarlouis aus „Tage mit Ora“. (8/5 Euro, Karten bei Bock und Seip Saarlouis und bei Ticket Regional).

Leider auch nur als geschlossene Schulveranstaltung: „Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben“ von und mit Ute Krause am Freitag, 5. April, 10 Uhr, im Theater am Ring.

Im Drachenwinkel in Diefflen liest auch am Freitag, 5. April, 20 Uhr, Norman Liebold aus „Dämonenwall“ und „Zwergenbinge“, Fantasie zwischen einem Fluch Caesars, der sich bis heute auswirkt, und unterirdischen Hallen, die von Zwergen bewohnt werden.

In Lebach in der VHS (Dillingerstraße 67) liest am Dienstag, 9. April, 19 Uhr Stefan Mörsdorf aus „Schritt für Schritt – Auf dem Sternenweg zurück ins Leben“. Darin berichtet er, wie er nach einer Hirnblutung und Todesnähe sich etappenweise auf den Jakobsweg machte und damit zurück ins Leben. (Karten bei Anne Treib Buch und Papier, Lebach, 5 Euro).

Nochmal Theater am Ring in Saarlouis: Dort liest am Mittwoch, 10. April, Valerie Schnitzer aus „Geheilte Seele, befreites Ich“. Das ist ihre eigene Geschichte. Sie wurde als Junge geboren und lebt heute als Frau, verheiratet mit derselben Frau wie vorher, aus dem Dirigenten eines Chores wurde eine Dirigentin (8/5 Euro bei Bock und Seip Saarlouis und bei Ticket Regional).

„Träumen Wissenschaftler von kybernetischen Schmetterlingen?“, fragt der Schauspieler und Grafiker Thomas Franke und präsentiert die Science-Fiction-Werkausgabe des Schriftstellers und Höhlenforschers Herbert W. Franke: am Freitag, 12. April, 20 Uhr, im Drachenwinkel in Diefflen (sieben Euro im Drachenwinkel oder bei Ticket Regional).

Der Anstoß zum erstem Festival „erLesen!“ kam von den saarländischen Buchhandlungen selbst, wie die Geschäftsführerin des Landesverbandes des Börsenvereins, Stefanie Brich, sagt. Der Börsenverein habe der Idee zu Wirklichkeit verholfen.

Beim ersten Durchgang 2018 kamen saarlandweit 2000 Besucher zu den 28 Veranstaltungen. In der aktuellen zweiten Auflage des Festivals werden es rund 40 sein. Dabei sucht die einzelne Buchhandlung selbst aus, wen sie zur Lesung einlädt.

Der saarländische Buchhandel will damit nicht zuletzt die persönliche Begegnung zwischen Schriftstellern und Lesern fördern. Denn persönliche Begegnung sei ein Markenzeichen des Buchhandels. „Seit 2018 wird deutlich mehr nachgefragt und mehr beraten in den Buchhandlungen. Die Kunden verlassen sich stärke auf Empfehlungen. Das war vorher zurückgegangen“, sagt Dörte Heinrich von den Bock-und-Seip-Buchhandlungen im Saarland. Selbst in der Bibliothek sei das zu beobachten, unterstreicht der Leiter der Stadtbibliothek, Georg André: „Der Beratungsbedarf ist derzeit um einiges stärker geworden als früher.“

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