Liliane Skalecki alias Liliane Fontaine alias Lili Andersen Eine saarländische Autorin mit drei Krimi-Reihen

Saarlouis/Bremen · Liliane Skalecki alias Liliane Fontaine alias Lili Andersen ist eine erfolgreiche Krimiautorin, die aus Saarlouis stammt und in Bremen lebt. Während eines Heimatbesuchs traf sich die 64-Jährige mit der Saarbrücker Zeitung.

 Schriftstellerin Liliane Skalecki

Schriftstellerin Liliane Skalecki

Foto: Sebastian Dingler

Unter dem Namen Skalecki, den sie seit ihrer Heirat trägt, veröffentlichte sie Krimis, die in Bremen oder am Bodensee spielen. Ihr Mädchenname Fontaine wiederum passt ideal zu jenen Romanen, die sich um die französische Untersuchungsrichterin Mathilde de Boncourt drehen, die in Südfrankreich ermittelt. Das Pseudonym Lili Andersen wiederum entstand auf Wunsch des Heyne-Verlags, in dem die dritte Krimi-Reihe der Autorin erscheint: Diese spielt nämlich auf der Nordseeinsel Pellworm, da sollte ein nordisch klingender Name her.

„Der Vorname Lili war schnell gefunden. Dann dachten wir an das Lied Lili Marleen, das von Lale Andersen gesungen wurde“, erzählt die Autorin, die seit knapp 13 Jahren Bücher veröffentlicht. Das Schreiben kam schleichend in ihr Leben und nahm peu à peu immer mehr Umfang ein. „Ich habe Kunstgeschichte, klassische und vorderasiatische Archäologie studiert. Während des Studiums habe ich schon Aufsätze geschrieben, dann ging es los mit Fachbeiträgen.“

In Bremen lebt sie seit 21 Jahren – ihr ebenfalls aus dem Saarland stammender Mann Georg bekam dort die Stelle als Leiter der Denkmalpflege. „Alle sind mit: Ich, drei Kinder, Hund und Pferd.“ Ihre Liebe zu den Pferden führte dazu, dass Skalecki Fachbeiträge zum Thema Pferd und Kultur schrieb. Zwei Jahre lang recherchierte sie für ein großes Buch über die Galopprennbahn in Bremen. „Irgendwo war aber immer im Hintergrund, einen Roman zu schreiben. Wenn man mal mit dem Schreiben angefangen hat, juckt es einen da in den Fingern“, erinnert sie sich. Zur Erfüllung dieses Wunsches trug eine Freundin bei, die sie über den Pferdesport kannte. „Sie meinte, einen Roman zu schreiben, das wäre mal was für mich.“ Der erste Roman „Schwanensterben“ ist somit eine Gemeinschaftsproduktion mit Biggi Rist. Katalysator zur Story war der Mikrokosmos des Reitvereins: „Da gibt es jede Menge Frauen verschiedener Couleur. Da denkt man bei so mancher: Über die könntest du ein Buch schreiben.“

Mit Rist zusammen verfasste Skalecki sieben Krimis, von denen fünf in Bremen und zwei am Bodensee spielen. „Die haben nicht so sehr eingeschlagen. Der Regio-Krimi ist ein hart umkämpfter Markt und Bremen war jetzt nicht die Stadt, in der das so angenommen wird“, meint die Autorin, die sich danach auf ihre französischen Wurzeln und die Frankreich-Liebe besann. „Unsere Vorfahren kommen aus Frankreich. Außerdem haben wir ein Haus bei Nîmes, das ist ein kleines Paradies.“ Für ihre Reihe „Die Richterin“ um die bereits erwähnte Mathilde de Boncourt konnte Skalecki den Piper-Verlag begeistern. Mit der Figur der Untersuchungsrichterin möchte sie einen Kontrapunkt zu den üblichen Gegebenheiten des Genres setzen: „Die meisten französischen Regio-Krimis laufen so, dass da jemand aus Paris kommt und versetzt wird in ein ungeliebtes Dorf. Bei mir ist es ja genau anders: Mathilde ist dort großgeworden und geht von dort niemals weg. Das ist das, was ich sagen wollte: Sie ist bodenständig und besitzt einen enormen Gerechtigkeitssinn.“ Als Skaleckis Programmchefin und Lektorin vom Piper- zum Heyne-Verlag wechselt, kann sie die Untersuchungsrichterin schlecht dorthin mitnehmen. „Sie fragte, ob ich nicht noch eine andere Figur habe, aus der ich eine Krimireihe entwickeln könnte. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon Louise Dumas, eine elsässische Spitzenköchin im Kopf.“

Diese Französin will sich auf Pellworm von einem gebrochenen Herzen erholen. Bald schon gerät die „Inselköchin“ in einen Mordfall, dessen Täter sie selbst ermittelt. Im letzten Jahr erschien der erste Teil dieser Reihe mit dem Titel „Krabben-Chanson“. „Austern Surprise“ war der Nachfolger, „Mousse mit Schuss“ erscheint im März. 2023 kommt dann auch der sechste Band der Frankreich-Reihe heraus. Skalecki hat außerdem noch einen sogenannten Stand-Alone-Roman fertig (erscheint 2024), also ein Buch, das mit keiner ihrer Reihen zu tun hat. „Dunkeldorf“ ist der Titel. Vorbild für ein solches Dorf ist Saarlouis-Roden, der Stadtteil, in dem die Autorin aufwuchs.

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