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Neuer Naturschutzbeauftagter Gresaubach: Wolfgang Kühn hat ein Auge auf die Natur

Neuer Naturschutzbeauftagter Gresaubach : Wolfgang Kühn hat ein Auge auf die Natur

Der neue Naturschutzbeauftragte möchte den Gresaubachern die Natur vor der eigenen Haustür näher bringen.

Wolfgang Kühn ist neuer Naturschutzbeauftragter in Gresaubach. Kürzlich wählte der Ortsrat in geheimer Abstimmung den 61-jährigen Versicherungsangestellten für zunächst fünf Jahre in dieses Ehrenamt. Damit hat der knapp 1800 Einwohner zählende Lebacher Stadtteil nach siebenjähriger Vakanz wieder einen Naturschutzbeauftragten.

Im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung erläuterte Kühn die Schwerpunkte seiner künftigen Arbeit. Ortsvorsteher Fred Metschberger wies auf die besondere Bedeutung dieses Ehrenamtes hin. „Die örtlichen Naturschutzbeauftragten beraten und unterstützen die Gemeinden und Städte weisungsfrei in allen Angelegenheiten des Umwelt- und Naturschutzes und sind zudem Ansprechpartner für die Bürger“, bestätigte Metschberger.

Er wünschte Kühn „eine glückliche Hand zum Wohle des Naturschutzes für Mensch und Tier“. Der Naturschutzbeauftragte erhält für seine Tätigkeit jährlich eine Kostenpauschale von insgesamt 246 Euro und steht laut Ernennungsurkunde als Ehrenbeamter unter dem besonderen Schutz des Staates.

Kühn ist in seinem Heimatort kein Unbekannter. „Ich bin hier seit 1993 Jagdpächter und fast jeden Tag mit meinem Hund Bennett in der Natur unterwegs“, verriet Kühn. Dessen verstorbener Vater war bereits Naturschutzbeauftragter und das etwa 25 Jahre lang. „Da ich immer schon den Blick auf den Wald, die Wiesen und Felder in unserem Ort und der Umgebung hatte, sind mir die Materie und Aufgabenstellung eines Naturschutzbeauftragten nicht neu“, gab der Vater zweier erwachsener Töchter zu verstehen. Im Fokus seiner ehrenamtlichen Arbeit liegt vor allem das 42 Hektar große Naturschutzgebiet „Kuhnenwald-Huhngrund“, das zwischen Gresaubach, Limbach und Steinbach liegt.

„Hier haben sich neben seltenen Pflanzen auch gefährdete Vögel, wie beispielsweise der Uhu, Schwarzspecht, Kuckuck oder Turteltauben, angesiedelt“, bestätigt Kühn. Umso wichtiger sei es, dass die naturnahen Lebensräume erhalten bleiben und sich weiter entwickeln könnten. „Aber auch außerhalb des Naturschutzgebietes wurden hier bereits Rotmilane und Störche gesichtet“, bestätigte Kühn. Er möchte den Gresaubachern laut eigener Aussage künftig die Natur vor der eigenen Haustüre näherbringen. „Vor allem Kinder und Jugendliche möchte ich mit kleinen Projekten, wie zum Beispiel gemeinsames Apfelernten und Keltern, für die Natur sensibilisieren“, betonte Kühn. Natürlich stehe er auch bei Umweltproblemen vor Ort vermittelnd oder bei geplanten Festlichkeiten in der freien Natur beratend und kostenlos zur Verfügung. „Ich könnte mir für Gresaubach auch einen besonderen Lehrpfad mit Info-Tafeln über das Thema Natur vorstellen“, gestand Kühn. Der sieht sich mehr als Vermittler: „Ich möchte den Job nicht mit Brachialgewalt, sondern diplomatisch und mit Fingerspitzengefühl ausüben.“

Kühn plant, jeden Monat an einem Tag eine Sprechstunde für Bürger. Ansonsten ist er über Handy zu erreichen: Tel. (0171) 51 5 43 80.