Willkommen in Lebach!

Auf die Minute kam die Saarbahn gestern in Lebach an. Hat es doch gut 14 Jahre gedauert, bis es endlich soweit war. Seit Montag fährt sie im 30-Minuten-Takt und in den Nebenverkehrszeiten alle 60 Minuten.

Nikolaus Jung hat am vergangenen Sonntag sicherlich mit viel Freude vom Himmel aus auf das Einfahren der Saarbahn geblickt. Der ehemalige Bürgermeister von Lebach gehörte zu den Vätern der Stadtbahn, dann Saarbahn. Ihm zu Ehren war denn auch die erste Fahrt in der Nikolaus-Jung-Bahn als "JungFernfahrt" benannt worden. Die Saarbahn sollte eigentlich schon 1999/2000 in Lebach einfahren. Aber immer wieder kam es zu Verzögerungen. Der letzte Teilabschnitt von Heusweiler bis Lebach hat über 53 Millionen Euro gekostet, die Bauzeit betrug fünfeinhalb Jahre.

Umso freundlicher wurde die Bahn auch von den Bewohnern in Lebach empfangen. Bereits bei der Einfahrt um zehn Uhr war der Andrang groß. Viele verfolgten auf dem Bitscher Platz die öffentliche Vorstellung mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, Charlotte Britz als Aufsichtsratsvorsitzende, Jürgen Barke als Wirtschaftsstaatssekretär und Peter Edlinger, Geschäftsführer der Saarbahn, sowie Lebachs Bürgermeister Klauspeter Brill. Nach der Segnung durch Pfarrerin Andrea Sattler und Pastor Herrmann Zangerle hieß es denn: freie Fahrt für alle bis 18 Uhr. An den neuen Haltestellen von Lebach bis Heusweiler warteten den ganzen Tag über Menschen, um mit der Bahn mitzufahren. Ein Erlebnis für Groß und Klein war, durch den Spitzeichtunnel bei Landsweiler zu fahren oder über das Viadukt bei Eiweiler. Überall an der Strecke winkten Leute aus ihren Häusern den Bahnfahrern zu, überall Menschen mit Fotoapparaten und Kameras. Zweimal begleiteten Musiker die Saarbahn-Fahrten. Die Spitzbuben und die Golden Slippers sorgten mit ihrer Dixie-Musik für Unterhaltung in den Zügen und auf den Bahnsteigen. Auch der Bitscher Platz war stark besucht. Auf der Bühne sorgten Musiker und Bands für Kurzweil wie die Big Band des saarländischen Polizeiorchesters, die Mizzies, Saarbruck Libre und Groovelane.

Auf dem Parkplatz vor dem Awo-Seniorenheim kamen die jüngsten Gäste auf ihre Kosten. Schminkstände, ein Zauberer, Bauen mit Legos oder die Baustelle, die nur von Kindern betreten werden durfte - das war das Reich der Kleinen. Informationen über die Saarbahn selbst, den öffentlichen Nahverkehr, über Erste Hilfe oder über die Stadtwerke gab es ebenfalls kostenlos.

Überall sah man gut gelaunte Gesichter. Schließlich spielte das Wetter auch mit. Auch der Historische Verein informierte über das Verkehrswesen in Lebach. Auf historischen Bildern war die Geschichte der Köllertalstrecke nachzuverfolgen. Einen Sonderstempel eigens zu diesem 5. Oktober konnten Interessierte ebenfalls dort erwerben.

Für die Anwohner der Strecke hat die Saarbahn noch ein Bonbon bereit. Alle Einwohner von Lebach und seinen Stadtteilen haben im Vorfeld Post von der Saarbahn erhalten. Im Aktionszeitraum von 13. Oktober bis 14. November können die Bürger nach Wahl jeweils eine Woche kostenlos das Bus- und Bahnnetz der Saarbahn nutzen. Die Karte zurückschicken und Wunsch-Woche angeben, genügt. Dann kann's losgehen: freie Fahrt von Lebach-Jabach bis Saargemünd.

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