Wie ein Auto zum Lernen motiviert

Wie ein Auto zum Lernen motiviert

Lebach. Umlagert von zahlreichen Schülern war Max Schumann, der an einem Vormittag zu Gast an der Erweiterten Realschule (ERS) in Lebach war. Grund seiner Anziehungskraft war das Formula Student Auto, das er zusammen mit anderen Studenten an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Saarbrücken gebaut hat

Lebach. Umlagert von zahlreichen Schülern war Max Schumann, der an einem Vormittag zu Gast an der Erweiterten Realschule (ERS) in Lebach war. Grund seiner Anziehungskraft war das Formula Student Auto, das er zusammen mit anderen Studenten an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Saarbrücken gebaut hat. Der 18-Jährige ist ehemaliger Schüler der Theeltalschule und kam zusammen mit einem Studienfreund nach Lebach, um die Schüler unter anderem auf das Studium aufmerksam zu machen. "Ich möchte damit zeigen, warum es sich lohnt, an der Schule zu lernen", begründet der Student seinen Besuch an der ERS. "Jeder hat mal einen Durchhänger und keine Lust zu lernen." Das sei bei ihm auch so gewesen. Aber er habe 2007 seinen Abschluss gemacht und danach zwei Jahre an der Fachoberschule für Ingenieurwesen gelernt. Teilnahme an RennenJetzt studiert er im ersten Semester Maschinenbau und baut in seiner Freizeit an einem Auto mit, das das "saar racing team" jedes Jahr konstruiert und mit dem die Studenten auch an "formula student-Rennen" (eigene Rennserie für Studenten) teilnehmen. 13 bis 15 Studenten sind übers Jahr damit beschäftigt, das Auto, das wie ein kleines Formel 1-Auto aussieht, zusammenzubasteln. "Da dürfen auch Teile benutzt werden, die schon gebraucht sind", beantwortet er geduldig Fragen aus der Klasse 8a, die gerade das Auto bewundert, während Christian Arnt im Filmsaal einer anderen Klasse das Modell erklärt. Erstaunlicherweise sind es gerade die Mädchen, die wissen wollen, wie schnell der Wagen fährt (Höchstgeschwindigkeit 130 Stundenkilometer), warum er gerade solche Reifen hat und wie viel das Teil wiegt (207 Kilogramm). Schumann erzählt: "Dieses Auto stammt aus dem letzten Jahr. Zur Zeit entsteht der neue Wagen." Das heißt: Vier bis fünf Monate wird am PC entwickelt, dann ungefähr drei Monate konstruiert und danach gebaut. Spätestens im Juni muss das neue Modell fertig sein, denn dann startet das "saar racing team" am Hockenheim-Ring. Aber der 18-Jährige, der in Eiweiler wohnt, ist sich sicher, dass es das Team schafft, rechtzeitig fertig zu werden. Schumann ist übrigens spezialisiert auf die Abgasanlage, Arent, der im achten Semester Mechatronik studiert, kennt sich bestens in Sachen Motor aus.Begeisterte RektorinInge Röckelein, Rektorin der Theeltalschule, zeigte sich ebenfalls begeistert von dem Besuch. "Es ist schön, dass man auf diese Art erfährt, was aus den ehemaligen Schülern geworden ist." Und es dient noch einem guten Zweck: Motivation für die jetzigen Schüler, die vielleicht noch nicht wissen, was sie einmal werden wollen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung