1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Lebach

Wenn Leseratten aufeinander treffen

Wenn Leseratten aufeinander treffen

Im Sitzungssaal des Lebacher Rathauses ging es am Montag mal nicht um Politik. Hier standen die Lesefertigkeiten von Grundschülern im Fokus.

"Der fremde Text war schon ein bisschen schwierig, doch als begeisterte Leserin war der schon zu meistern", erklärte Lara Herrmann von der Grundschule Schmelz am Montagnachmittag auf die Frage, wie sie mit Cornelia Funkes "Die Feder eines Greifs" zurechtgekommen sei, ganz selbstbewusst. Und gerade der Vortrag beim unbekannten Text, betonte Schulrätin Christiane Thewes, habe am Ende das Rennen um den begehrten Lesedino entschieden.

Der wird aktuell in allen saarländischen Schulregionen ausgemacht, 135 der insgesamt 162 saarländische Grundschulen hatten sich im Vorfeld am Wettbewerb Lesedino beteiligt, ihre Schulsieger ermittelt und diese zu den Regionalentscheiden entsendet. Für die Schulregion Saarlouis III/Lebach fand der Wettbewerb am Montagnachmittag im Sitzungssaal des Lebacher Rathauses statt. Dort, wo sonst oftmals über trockene Zahlen und Beschlüsse debattiert wird, ging es Dank der Leseratten richtig spannend zu. Zehn Jungen und Mädchen waren angetreten, um sich für den Landesentscheid zu qualifizieren. Dort werden am 24. Mai die besten zwölf Vorleser ihre Schule in Saarbrücken im Kultusministerium vertreten. "Nach der selbst gewählten Textpassage lagen alle zehn Jungen und Mädchen noch ziemlich gleichauf, doch beim Fremdtext hat uns Lara überzeugt", erklärte Thewes.

Gemeinsam mit Vertretern der Stadt Lebach und der Buchhandlung Anne Treib hatte sie als Jurymitglied aufmerksam zugehört. "Ihr habt mit euren Büchern alle die Neugier in mir geweckt. Am liebsten würde ich jetzt nach Hause fahren und den restlichen Nachmittag mit Lesen verbringen", sagte sie. Diesen Leseeifer kennt Siegerin Lara, wie sie nach der Siegerehrung verriet. "Ich verschlinge eigentlich alles, am liebsten greife ich zu Wissensbüchern", erklärte das Mädchen. Das Buchgeschenk, das alle Teilnehmer erhielten, kam ihr da gerade recht. Zuhause sei inzwischen kaum noch Platz für weitere Bücher, daher sei Lara schon lange Gast in mehreren öffentlichen Büchereien, wie ihre Mama erklärte. "Wir haben hier die Kinder gesehen, die gerne lesen. Das freut mich natürlich sehr. Doch ich würde mir wünschen, alle Kinder und Jugendlichen wären so begeisterte Leser", sagte Hans Huth, Leiter der Stadtbücherei in Lebach. Er hatte die Moderation der Veranstaltung übernommen und sorgte dafür, dass Lampenfieber bei den Vorlesern erst gar nicht aufkam.