Wenn die Quälerei so richtig guttut 7. Hoxberglauf Lebach

7. Hoxberglauf : Wenn die Quälerei so richtig guttut

107 Gipfelstürmer erklommen am Samstag bei den saarländischen Berglauf-Meisterschaften den Hoxberg. Martina Schumacher und Sammy Schu verteidigten ihre Titel. Die meisten aber genossen einfach das Wetter und die Strecke.

Sammy Schu und Martina Schumacher allein auf weiter Flur auf den letzten steilen Metern hoch zum Gipfel: Die Zuschauer beim 7. Hoxberg-Berglauf der LTF Theeltal erlebten am Samstag ein doppeltes Déjà-vu. Lange vor der Konkurrenz bewältigten der Athlet von den LTF Marpingen und die Läuferin vom LC Rehlingen die 65 Höhenmeter auf der 400 Meter langen Schluss-Rampe und passierten wie im Vorjahr als Erste die Zeitmessung. 43:31 Minuten benötigte Schu für den zehn Kilometer langen Anstieg zum 414 Höhenmeter hoch gelegenen Fernsehturm. Damit verteidigte er bei den in den Lauf integrierten Berglauf-Saarlandmeisterschaften seinen Titel. Für Schumacher stoppte die Uhr nach 49:05 Minuten. „Der letzte Anstieg ist echt heftig, aber ich wusste ja, was auf mich zukommt. Die Strecke ist anspruchsvoll und einfach nur klasse“, keuchte die Siegerin und strahlte mit der Sonne um die Wette.

Vereinskollegin Tanja Schmitt (49:43 Minuten) gewann als zweitschnellste Frau den Titel bei den Seniorinnen W 30. Lokalmatadorin Martina Werth (1:01:38 Stunden) von den LTF Theeltal siegte bei den Frauen.

Insgesamt 495 Höhenmeter hatten die Läufer auf den zehn Kilometern erklommen. „Schmerz ist Schwäche, die den Körper verlässt.“ Das kleine Schild mit dem aufmunternden Sprüchlein hatte der Ausrichter bei Kilometer drei in den mit buntem Herbst-Laub übersäten Lebacher Wald gesteckt. Laufen war an dieser Kletter-Passage kaum noch möglich. Schweiß rannte über Rücken und Stirn, als es für die Starter zwischen 16 und 78 Jahren auf den Naturtreppen so richtig „steil ging“. Die Lungen pochten. „Meine Beine sind zugegangen. Ich musste Tempo rausnehmen. Trotzdem bin ich zufrieden“, erinnerte sich Marc Schumacher vom LC Rehlingen an die knifflige Passage.

Der 17 Jahre alte Sohn der Gesamtsiegerin kam nach 48:24 Minuten am Gipfel an. Vereinskollege Simon Klasen brauchte nur 46:01 Minuten. „Im Vergleich zum Vorjahr habe ich mich um sechs Minuten verbessert. Diesmal kannte ich die Strecke und konnte meine Kräfte besser einteilen“, freute sich der Rehlinger über Platz zwei bei den Männern. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Jonas fand den Lauf sehr anstrengend. „Da sind echt steile Stücke drin, aber es macht immer wieder Spaß, sich da hoch zu quälen“, stöhnte der 16-jährige Wiederholungstäter nach 49:46 Minuten.

Beim 1,5 Kilometer langen Schnupper-Berglauf machten vorher 18 Kinder mit. Die Strapazen für die älteren Semester waren ungleich größer. „Warum tut man sich das an?“, fragte sich wohl so mancher der 107 Gipfelstürmer in Gedanken. Otto Penkhues hatte die Antwort parat: Weil es guttut, an die Leistungsgrenzen zu gehen. „Wetter, Stimmung, Strecke – heute hat alles gepasst. Wir können sehr zufrieden sein“, resümierte der LTF-Laufwart und gratulierte allen Hoxberg-Bezwingern beim verdienten Gipfel-Tee.

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