Wenn die Dauerkarte im vergessenen Geldbeutel steckt

Wenn die Dauerkarte im vergessenen Geldbeutel steckt

Lebach/Dörsdorf. Verärgert über eine Busfahrerin, deren Unternehmen im Auftrag der RSW fährt, zeigte sich SZ-Leserin Silke Müller aus Dörsdorf. Ihr elfjähriger Sohn fährt seit eineinhalb Jahren täglich morgens mit dem Bus kurz vor sieben Uhr zur Schule nach Lebach. Er ist im Besitz einer Jahres-Abo-Karte, wie Silke Müller versichert. Gestern Morgen hatte er diese vergessen

Lebach/Dörsdorf. Verärgert über eine Busfahrerin, deren Unternehmen im Auftrag der RSW fährt, zeigte sich SZ-Leserin Silke Müller aus Dörsdorf. Ihr elfjähriger Sohn fährt seit eineinhalb Jahren täglich morgens mit dem Bus kurz vor sieben Uhr zur Schule nach Lebach. Er ist im Besitz einer Jahres-Abo-Karte, wie Silke Müller versichert.Gestern Morgen hatte er diese vergessen. Die Busfahrerin, es ist nach Müllers Aussagen immer dieselbe, habe sich geweigert, ihren Sohn ohne Fahrkarte mitzunehmen und ihn aus dem Bus verwiesen oder er müsste eine Fahrkarte lösen. Der Junge hatte aber kein Geld dabei, da er seinen Geldbeutel vergessen hatte, in dem auch die Fahrkarte steckte. Weinend hat er daraufhin seine Mama übers Handy angerufen. Diese konnte die Busfahrerin nach einigem Drängen hin überreden, ihren Sohn doch mitzunehmen. Die Fahrerin gab aber zu verstehen, dass er am nächsten Tag eine Karte lösen müsste. Silke Müller holte gestern Nachmittag ihren Sohn selbst von der Schule in Lebach ab. Sie rief aber auch bei dem Subunternehmen sowie bei der RSW an.

Das Unternehmen, das die Busfahrerin beschäftigt, erklärte ihr, dass die Fahrer angehalten seien, niemanden ohne Fahrkarte mitzunehmen. Die Busfahrerin habe also rechtens gehandelt. Für Silke Müller ist das "fehlendes Fingerspitzengefühl".

Wir fragten im Kundenservice der RSW nach. Ein Mitarbeiter erklärte uns: "Für Reisende ohne gültigen Fahrausweis besteht kein Versicherungsschutz." Verletzt sich also ein Fahrgast beim Ein- oder Aussteigen oder passiert ein Unfall, gebe es keinen Versicherungsschutz. Nimmt der Fahrer, wie im geschilderten Fall, das Kind mit, habe er das auf eigenes Risiko getan.

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von SZ-Leser-Reporterin Silke Müller aus Dörsdorf. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich per SMS/Fax an Telefon (06 81) 5 95 98 00 oder E-Mail an leserreporter@sol.de.

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