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Krippe Falscheid
Die Weihnachtskrippe ist eine Familiensache

 Bereits in der vierten Familiengeneration bauen (von links) Franz-Josef Groß, Tobias Riehm und Ruth Groß die Weihnachtskrippe in der Falscheider Kirche St. Josef auf. Nicht nur die kleinen Kirchgänger erfreuen sich an dem schönen Stück.
Bereits in der vierten Familiengeneration bauen (von links) Franz-Josef Groß, Tobias Riehm und Ruth Groß die Weihnachtskrippe in der Falscheider Kirche St. Josef auf. Nicht nur die kleinen Kirchgänger erfreuen sich an dem schönen Stück. FOTO: Lorig
Falscheid. In Falscheid ist die Familie von Franz-Josef Groß seit Generationen für den Aufbau der Krippe zur Weihnachtszei zuständig. Von Dieter Lorig

Eine der urtümlichsten und besonderen Weihnachtskrippen ist jedes Jahr in der katholischen Filialkirche St. Josef Falscheid zu sehen. Sie besteht aus über 20 Figuren in einer Modelllandschaft aus getrockneten 80 Jahre alten Eichenwurzeln. Diese schöne Arbeit stellt das Gelände um den Stall von Bethlehem dar und symbolisiert die Geburt Jesu vor über 2000 Jahren. Ungewöhnlich ist, dass sich unter den Figuren der Falscheider Krippe ein schwarzes Schaf befindet.


Die Krippe wird seit etwa 80 Jahren immer wieder zu Weihnachten von derselben Familie am Aufgang zum Altarraum der Kirche mit größter Sorgfalt aufgebaut. „Das ist für unsere Familie schon zur Tradition geworden, unser Großvater hat das schon getan“, erzählt Franz Josef Groß stolz. Der 60-jährige Bahnbeamte war wieder einige Stunden mit seiner Frau Ruth und dem Neffen Tobias Riehm mit dem Aufbau beschäftigt. Probleme bereitet jedes Mal die Einrichtung der Höhle und des Stalls. Dafür werden viele Einzelteile verwendet. „Um einen Einsturz der Krippe zu vermeiden, muss deren Statik besonders robust sein, was mich immer wieder mal zum Schwitzen bringt“, gesteht Groß.

Auch dessen Söhne Niclas und Florian sowie Neffe Raphael Riehm halfen schon. Dass der statische Aufbau der Krippe problematisch ist, liegt auch an den vielen alten Wurzeln von Eichenbäumen, die immer wieder verwendet werden. „Jede dieser Wurzeln ist anders geformt, was den Aufbau erschwert“, sagt Groß. Dessen Großvater Nikolaus Groß hatte die Krippe Ende der 1930er-Jahre zusammen mit Josef Krämer in der damals neu gebauten Kirche erstmals aufgebaut. Ab etwa 1980 bis 1990 kümmerten sich Alois Groß und Alfons Paul um den Krippenaufbau in der Falscheider Kirche. Das ganze Jahr über lagern die Figuren und das Wurzelmaterial im Haus der Familie Groß.



Mit Tobias Riehm kümmert sich nun bereits die vierte Generation der Familie um den Krippenaufbau. Nach seiner Motivation befragt, sagte der 28-Jährige: „Ich kenne das seit frühster Kindheit und es macht mir Freude.“ „Unsere Krippe ist einer der schönsten in der Region“, erzählt Josef Heinrich. Er ist seit mehr als 48 Jahren Mitglied der örtlichen Pfarrgremien. Heinrich lobte die Familie Groß und deren Helfer, die mit großem Idealismus und ehrenamtlich, unaufgefordert Jahr für Jahr in ihrer Freizeit die Krippe in der Kirche St. Josef aufbauten. „Dafür ist die Pfarrgemeinde sehr dankbar“, sagte Heinrich. Der pensionierte Bergmann kennt auch die Geschichte des schwarzen Schafs in der Krippe: „Die Figur ist ein Geschenk eines Apothekers aus Püttlingen an Pfarrer Franz Warken, der in Falscheid wohnte“. Das schwarze Schaf sei ein Symbol dafür, dass es in jeder Gruppe nicht nur Gute gebe.

Die Weihnachtsmesse findet in der Kirche St. Josef am Mittwoch, 26. Dezember, dem zweiten Weihnachtsfeiertag statt. Beginn ist um 8.30 Uhr. Der Kirchenchor Cäcilia gestaltet die Messe mit.