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Volleyball
„Fräulein Menke“ glänzt beim Debüt

Starker Einstand: Lebachs Neuzugang Marie Menke (r.) zieht ab und feuert den Ball an der Stuttgarterin Jana Henke vorbei übers Netz.
Starker Einstand: Lebachs Neuzugang Marie Menke (r.) zieht ab und feuert den Ball an der Stuttgarterin Jana Henke vorbei übers Netz. FOTO: Ruppenthal
Lebach. Volleyball: Lebach ist mit einem 3:1 gegen Stuttgart in die Drittliga-Saison gestartet. Neuzugang Marie Menke überzeugte dabei voll. Von Philipp Semmler

Marie Menke strahlte am Sonntagnachmittag um kurz vor fünf bis über beide Ohren. Kein Wunder, denn schließlich hatte die 24-jährige Volleyballerin mit dem TV Lebach einen 3:1-Auftaktsieg in der 3. Liga Süd gegen das Bundesstützpunkt-Team des MTV Stuttgart gefeiert.


„Es war wichtig, dass wir vor eigenem Publikum gleich zeigen konnten, was wir drauf haben“, erklärte die von Oberligist TV Quierschied gekommene Außenspielerin lächelnd. „Und jetzt können wir mit Rückenwind zum Derby fahren.“ Lebach ist am Samstag um 18.30 Uhr bei Liganeuling SSC Freisen zu Gast.

Aber zurück zur Auftaktpartie gegen das junge Team aus Stuttgart: Vor 350 Zuschauern in der Sporthalle an der Dillinger Straße erwischte Lebach einen echten Horror-Start. Nach sechs Ballwechseln hieß es 0:6. Auch danach wurde es nur langsam besser. Beim Stand von 14:17 nahm Trainer Philipp Betz schon seine zweite Auszeit. Und in der schien er die richtigen Worte gefunden zu haben. Denn die Gastgeberinnen drehten danach auf – und gewannen den Satz knapp mit 26:24. „Den Anfang haben wir ein wenig verschlafen, dann sind wir aber ins Spiel reingekommen“, meinte Menke.



Die 24-Jährige bekam bei ihrem ersten Auftritt im neuen Trikot auch gleich einen neuen Spitznamen verpasst. In Anlehnung an die bekannte Neue-Deutsche-Welle-Sängerin nannte Hallensprecher Thomas Schwinn die 24-Jährige oft nur „Fräulein Menke“. Die gleichnamige Künstlerin feierte in den 80er Jahren mit Hits wie „Treetboot in Seenot“ oder „Hohe Berge“ große Erfolge.

Das Lebacher „Fräulein Menke“ agierte am Sonntag vor allem im zweiten Satz erfolgreich. Da zeigte sie, dass sie eine Verstärkung für das Team werden kann. Bei der 24-Jährigen funktionierte jetzt fast alles: Ob per Schmetterball, per Lupfer oder per Aufschlag – Menke holte einige Zähler für den TV. Aber auch der Rest des Teams trumpfte in diesem Durchgang groß auf. Unter anderem gelangen auch der aus der zweiten in die erste Mannschaft beförderten Mira Bohlen einige Punkte. Folge: Lebach holte den Satz mit 25:21.

Dann folgte aber ein Einbruch. Lebach geriet auch ohne Treetboot ein wenig in Seenot – weil die Gästespielerinnen wie hohe Berge am Netz auftauchten. „Stuttgart war uns größentechnisch um Welten überlegen. Die hatten fast keine Spielerin unter 1,80 Meter drin“, hatte auch TV-Trainer Philipp Betz erkannt. Der MTV spielte nun diesen Größenvorteil auch aus und gewann den dritten Satz klar mit 25:15. „Eigentlich soll man nach zwei gewonnen Sätzen nicht nachlassen und die Spannung hochhalten. Das haben wir nicht gut hinbekommen“, gab Menke selbstkritisch zu. „Auch ich selbst hatte da einen Hänger.“

Doch danach bekamen die Gastgeberinnen wieder die Kurve. Nach einem 1:3- und 4:6-Rückstand steigerte sich Lebach im vierten Satz wieder. Nach knapp zwei Stunden Spielzeit verwandelte die stark auftrumpfende Zuspielerin Anita Nawrat, die zur besten Spielerin der Partie gewählt wurde, den ersten Matchball für ihre Mannschaft zum 25:18.

„Es hat heute insgesamt schon gut funktioniert, auch wenn es die eine oder andere Sache gab, wo wir noch nachjustieren müssen“, analysierte Trainer Betz. Vor allem mit den Angaben war der Übungsleiter noch nicht ganz zufrieden

Wie bereits erwähnt ist Lebach am Samstag um 18.30 Uhr im Derby beim SSC Freisen zu Gast. Die Nordsaarländerinnen kassierten in ihrer ersten Saisonbegegnung am Sonntag eine klare Niederlage. Freisen musste sich bei Mitaufsteiger VfR Umkirch mit 0:3 geschlagen geben.