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Viele Gäste kommen zum Abschiedsappell

Lebach. Das Fallschirmjägerbataillon 261 ist aufgelöst. Mit einem Marsch durch die Dillinger Straße, einem Appell und einem Empfang zeigte der Verband noch einmal Flagge in der Garnisonsstadt. Zur Verabschiedung hatte sich eine große Schar Bürger eingefunden. Fred Kiefer

Seit Donnerstag gibt es das Fallschirmjägerbataillon 261 nicht mehr. Die Streitkräftereform von 2011 forderte die Auflösung der traditionsreichen Einheit. Der im September 1956 als Luftlandejägerbataillon 6 aufgestellte Verband verlegte 1961 als erster Truppenteile der Bundeswehr ins Saarland. Lebach war 54 Jahre lang Standort der für spezielle Operationen ausgebildeten Fallschirmjägersoldaten.

Die vielen Gäste beim Abschiedsappell im Lebacher Stadion und beim Empfang in der Feuerwache zeugen von der Hochachtung, die dem Bataillon aus den Reihen der Bevölkerung gezollt wird. Zur Verlegung von der Kaserne hatte die Polizei die Dillinger Straße für den Fahrzeugverkehr gesperrt. 15 Beamte der Polizeiinspektion Lebach waren im Einsatz. Beim Appell unter Fackelschein sorgte das Heeresmusikkorps Ulm für den militärisch-feierlichen Rahmen. Der französische Militärmarsch "Marsch des Soldaten Robert Bruce" sollte an die Einsätze des Bataillons von Somalia über Afghanistan bis zum Irak erinnern.

Der Lebacher Bürgermeister Klauspeter Brill hob in seiner zum Teil emotionalen Rede unter anderem auch das "innige Verhältnis" der Stadt mit dem Bataillon hervor. Ferner teilt er mit dem Kommandeur Oberstleutnant Markus Meyer das Bedauern darüber, dass ausgerechnet das "für die Stadt so wichtige Bataillon" der Bundeswehrstrukturreform zum Opfer fällt.

Brill ließ noch einmal die helfenden Einsätze der Soldaten für die Stadt und die Region Revue passieren.

Staatssekretär Christian Seel erinnerte an die Bemühungen saarländischer Landespolitiker zum Erhalt der Standorte Lebach , Saarlouis und Merzig. Wörtlich sagte er: "Es ist uns gelungen, die Reduzierung der Dienstposten gegenüber der ursprünglichen Planung zu verringern."

Empfang in der Feuerwache



Der Kommandeur machte im Kernsatz seiner Rede "Wir hätten uns keine bessere Heimat aussuchen können" noch einmal auf die außergewöhnliche Gastfreundschaft der Stadt und ihrer Bürger aufmerksam.

Beim anschließenden Empfang in den Räumen der Feuerwache überreichte Markus Meyer die Bataillonsehrennadel an Bürgermeister Brill mit der Bitte, die Auszeichnung mit der Nummer 261 für die Stadt entgegenzunehmen, sozusagen als Anerkennung für die Verdienste Lebachs um die Bundeswehr und speziell um das Fallschirmjägerbataillon 261.

Christof Becker, Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Lebach , würdigte in seiner Ansprache die großzügige Unterstützung durch die "Roten Teufel" bei vielen Veranstaltungen und die Bereitstellung von Räumen für Treffen der Reservisten. Der Vorsitzende der Landesgruppe Saarland im Reservistenverband, Clemens Schug, übergab Meyer eine Spende als Zuschuss zu den Kosten des Empfangs.