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Versuchter Mord: Anklage nach Brandstiftung in Lebach

Anklage erhoben : Lebacher Brandstifter soll sich wegen versuchten Mordes verantworten

Die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken geht davon aus, dass der mutmaßliche Täter in Kauf nahm, dass Menschen durch das Feuer umkommen.

Gleich an mehreren Stellen hat ein Mann Feuer gelegt. Erst zündelte er an einem Briefkasten des Hauses. Diesen in Brand zu setzen, misslang ihm jedoch. Dann steckte er einen Lieferwagen an. Die Flammen griffen auf das Lebacher Haus über, in dem Menschen schliefen. Die Opfer wurden in letzter Sekunde gerettet, erlitten aber Rauchvergiftung.

Für diese Tat soll sich jetzt ein Mann verantworten. Darum erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 27-Jährigen, der zwei Tage nach der Feuersbrunst in der Nacht auf den 12. Januar festgenommen worden ist und seitdem in Untersuchungshaft sitzt. Der Vorwurf: versuchter heimtückischer und gemeingefährlicher Mord, besonders schwere Brandstiftung und Körperverletzung.

Nach Angaben von Behördensprecher Mario Krah ist die Anklagevertretung davon überzeugt, dass der mutmaßliche Täter den Brand gelegt hat, obwohl er wusste, dass sich in der Wohnung über der Lebacher Tafel Menschen aufhielten. Denn dort schliefen zum Unglückszeitpunkt eine 37 Jahre alte Frau und ein Jugendlicher (14). Nur weil die beiden noch rechtzeitig aus dem Schlaf geklingelt und von Feuerwehrleuten gerettet wurden, entkamen sie dem Flammentod.

Der Brand zerstörte die Tafel-Büroräume und den nebenstehenden Carport, wo der Lastwagen untergestellt war. Weil der Festgenommene nach Auffassung des Staatsanwalts zumindest davon ausgehen musste, dass Bewohner zuhause waren, habe er in Kauf genommen, dass sie durch die Brandstiftung umkommen könnten. Deswegen lautet die Anklage auf „versuchten heimtückischen Mord mit gemeingefährlichen Mitteln.“

Der Beschuldigte habe die Tat grundsätzlich eingeräumt. Zu den Motiven macht der Staatsanwaltssprecher keine Angaben. Ein Prozesstermin beim Saarbrücker Landgericht steht noch aus.