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Marienkapelle Höchsten
Übriggeblieben ist nur ein schwarzes Loch

Ministerpräsident Tobias Hans zeigte sich betroffen von den Schäden in der Marienkapelle auf Höchsten.
Ministerpräsident Tobias Hans zeigte sich betroffen von den Schäden in der Marienkapelle auf Höchsten. FOTO: Herbert Jung
Steinbach. Der durch einen Brand zerstörte Innenraum der Marienkapelle auf Höchsten braucht dringend finanzielle Hilfe für die Sanierung. Ministerpräsident Tobias Hans und Bischof Stephan Ackermann warn schon vor Ort.

„So schlimm habe mir das nicht vorgestellt.“ Ministerpräsident Tobias Hans nahm sich am Sonntag die Zeit, den durch einen Brand zerstörten Innenraum der Mariekapelle auf Höchsten in Augenschein zu nehmen. Pastor Hermann Zangerle, Bürgermeister Klauspeter Brill, Rudi Fuchs vom Kirchengemeinderat, Ortsvorsteher Jörg Wilbois sowie Stadt- und Ortsratsmitglieder begleiteten Hans. Schon vor der Kapelle kam den Besuchern ein intensiver Brandgeruch entgegen. Dieser verstärkte sich noch, als Rudi Fuchs die Tür öffnete. Auf den ersten Blick sieht man nur ein schwarzes Loch. Nach wenigen Augenblicken haben sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt, aber es sind nur schemenhaft Altar und Kommunionbank zu erkennen. Wände und Decke sind rabenschwarz.


Ministerpräsident Hans war gut informiert über den Sachstand. Doch er hatte es sich nicht so schrecklich vorgestellt. Am Nachmittag konnte Hans zwar keine festen finanziellen Zusagen machen, doch er sagte auf jeden Fall Unterstützung zu. Ursache des Brandes soll unsachgemäßer Umgang mit Kerzen gewesen sein. Doch die Polizei ermittelt noch in alle Richtungen.

Erst einmal, so Fuchs, muss eine genaue Bestandsaufnahme gemacht werden. Ein Statiker muss die Kapelle überprüfen. Der Altar muss ausgebaut und komplett restauriert werden. Nach dessen Ausbau sei auch erst zu erkennen, ob bei dem Mauerwerk noch alles in Ordnung ist. Mit einem Sachschaden von mindestens 170 000 Euro muss gerechnet werden. Das Bistum Trier habe bereits finanzielle Hilfe signalisiert. Kapellen sind im Allgemeinen nicht versichert. Am vergangenen Wochenende nutzten Pastor Zangerle und Rudi Fuchs die Gelegenheit, Bischof Stephan Ackermann und Generalvikar Ulrich von Plettenberg das Ausmaß des Schadens zu zeigen. Erst im Mai war der Innenraum der Kapelle für über 15 000 Euro renoviert worden.



Auch wiesen sie darauf hin, dass sehr viele Pilger und Beter dorthin kommen. Um die Kapelle wieder herzurichten, braucht der Kapellenverein finanzielle Unterstützung. Bischof Ackermann signalisierte, sich für Gelder einzusetzen, doch dies müsse erst mit dem Generalvikariat abgesprochen werden.

Tobias Hans will ebenfalls mit Trier und den einzelnen Ministerien über finanzielle Hilfe reden. Er denke an Mittel der Kulturförderung und aus einzelnen Ministerien, die koordiniert werden müssen. Rudi Fuchs ist sich sicher, dass durch Spenden und Beiträge des Kapellenvereins schon einiges an Geld zusammenkomme, doch „das reicht bei weitem nicht“. Großspender müssten her, meinte Fuchs „Vielleicht können Sie Türöffner dazu sein“, gab er dem saarländischen Ministerpräsidenten mit auf den Weg.

An Mariä Himmelfahrt fand auf dem Pilgerplatz ein Gottesdienst statt, den gut 300 Menschen besuchten. Pastor Ernst Theobald rief zu einer Kollekte für die Renovierung auf. Fast 1700 Euro kamen zusammen. Wichtig ist dem Kapellenverein, dass schnell mit der Renovierung begonnen werde.

Die Marienkapelle Höchsten wird im kommenden Jahr 90 Jahre alt. Alle hoffen, dass sie bis dann wieder im alten Glanz erstrahlen wird. Der Geburtstag soll an Maria Himmelfahrt (15. August) gefeiert werden.

Für die Renovierung wurde ein Spendenkonto eingerichtet.

Kreissparkasse Saarlouis: IBAN DE43 5935 0110 0400 0926 31; Levobank: IBAN DE30 5939 3000 0052 0068 05.

(kü)