TV Lebach ist sechsfacher Saarlandmeister der Volleyball-Ladies

Volleyball : „So schnell wird es das nicht mehr geben“

Sechsmal Saarlandmeister: Der TV Lebach hat bei den diesjährigen Volleyball-Meisterschaften im weiblichen Nachwuchsbereich alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Da staunt sogar der Verband.

Das Belohnungs-Eis gibt es nach den Sommerferien. „Für alle, für die komplette Jugend“, sagt Thomas Schwinn, Volleyball-Abteilungsleiter des TV Lebach. Versprochen ist versprochen. Schließlich hat der Vereinsnachwuchs einen einzigartigen Erfolg eingefahren, den es so im Saarland noch nie gab. „Wir sind stolz auf das Ergebnis und auch auf die Kinder, die viel Zeit investieren, die an einem entscheidenden Tag immer alle da und fit sind. Und die dann so etwas mit nach Hause holen“, schwärmt seine Frau Marion, die Trainerin. Und fügt hinzu: „Natürlich ist das alles positiv gelaufen. Auch mit ein bisschen Glück. Ich glaube jedenfalls: So schnell wird es das nicht mehr geben.“

Rekordverdächtiger Erfolg

Und das dürfte tatsächlich so sein. Denn ihr Verein hat im weiblichen Bereich bei den Volleyball-Saarlandmeisterschaften alles abgeräumt. Alle Titel der Klassen von der U 12, über die U 13, U 14 und U 16 bis zur U 18 und U 20 gingen an den TV Lebach – eine Titelsammlung, die es nach SZ-Recherchen im weiblichen Bereich in der 49-jährigen Geschichte des Saarländischen Volleyball-Verbands (SVV) so noch nie gegeben hat. Das Eis soll ein kleines Dankeschön vonseiten des Vereins sein.

Seit Jahren gilt der TV Lebach als eine der besten Adressen im Frauen-Volleyball. Rund 50 bis 60 Nachwuchsathleten gehen für den Verein ans Netz. Die Jugendarbeit ist landesweit – gemessen an Saarlandmeistertiteln – die erfolgreichste der vergangenen Jahre. Diese Jugendarbeit ist auch der Grundstein des Erfolgs für die Damenmannschaft, die in der 3. Liga spielt. „Das ist in den letzten 20 Jahren gewachsen. Bei uns muss man klar sagen: Wenn wir unsere Jugend nicht hätten, bräuchten wir nicht oben mitzuspielen“, erklärt Schwinn.

Und das mit einem Mini-Etat

Die Damenmannschaft, die größtenteils aus eigenen Spielerinnen besteht und immer wieder mit Eigengewächsen gefüttert wird, schaffte 2017 den Aufstieg in die 3. Liga. Die vergangene Saison schloss sie auf Platz drei ab. All das erreichte der Klub mit einem moderaten Budget von rund 25 000 Euro, wie Thomas Schwinn berichtet. „Da ist von der U 12 bis zu der ersten Damen-Mannschaft alles drin. Daraus werden entsprechend auch Fahrten zu süddeutschen oder deutschen Meisterschaften und anderen Turnieren bestritten.“

Auch der Verband hat diese Erfolge wahrgenommen. „Sechs Saarlandmeistertitel, das hat es wohl noch nie gegeben. Das ist ganz klar eine besondere Leistung, das muss man anerkennen“, betont Präsident Horst Bartsch. Und: „Man muss ganz ehrlich sagen: In Sachen Jugendarbeit ist der TV Lebach ganz sicher Vorzeigeverein.“

Dennoch ging der Verein 2018 bei der Vergabe der Leistungs- und Talentstützpunkte leer aus (wir berichteten). Während der TV Lebach einen Talentstützpunkt ablehnte und sich nur als Leistungsstützpunkt für die weibliche Jugend bewarb, erhielt der TV Holz den Zuschlag. Aufgrund der professionelleren Vereinsstrukturen, hieß es damals. Der TV Holz beschäftigt mit Patrick Fielker beispielsweise einen hauptamtlichen Trainer. „Unser Verein leistet das, was verlangt wird, seit Jahren. Man hätte durchaus sagen können, man nimmt den Verein mit ins Boot“, kontert Thomas Schwinn.

Mal sehen, was der Verband macht

Wie reagiert der Verband auf diese Kritik? „Wir wollen die aktuelle Situation nicht infragestellen“, betont Bartsch, der klar Position für die Stützpunkt-Verteilung bezieht, gleichzeitig aber einräumt: „Aber wir wollen das Konzept selbstverständlich weiterentwickeln.“ An dieser Stelle könnte der TV Lebach ins Spiel kommen. „Natürlich stellt sich auch die Frage: Macht es Sinn, mehrere Leistungsstützpunkte zu haben, die nur wenige Kilometer Luftlinie auseinander sind? Wie könnten wir das Stützpunkt-Konzept weiter optimieren? Selbstverständlich spielt der TV Lebach als Drittligist und aufgrund seiner Jugendarbeit hierbei eine wichtige Rolle.“

Um diese und weitere Fragen zu beantworten, bringe der Verband derzeit ein Stützpunkt-Gremium auf den Weg. „Es soll sowohl als Ansprechpartner für die Vereine dienen, als auch als Ideengeber zur Weiterentwicklung der Konzepts“, erklärt der Präsident. „Für die Zukunft der Stützpunkte gehören schrankenlose Ideen dazu.“

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