| 17:06 Uhr

Gebäude nach Brand unbewohnbar
Räume der Lebacher Tafel bei Feuer zerstört

 Brand bei der Tafel in Lebach.
Brand bei der Tafel in Lebach. FOTO: Steffen Kaspar/Feuwehr
Lebach. Drei Personen wurden bei einem Brand in der Mottener Straße in Lebach verletzt. Das Haus ist unbewohnbar. Von Astrid Dörr

In der Nacht von Freitag auf Samstag hat es in den Räumen der Lebacher Tafel in der Mottener Straße gebrannt. Die Feuerwehr Lebach war mit 40 Einsatzkräften angerückt und konnte das Feuer löschen.


Wie die Polizei auf Anfrage bestätigte, gingen um 1.10 Uhr bei der Lebacher Polizei mehrere Anrufe ein. Wie Polizeihauptkommissar Peter Kreuder von der Polizeiinspektion Lebach mitteilt, habe zunächst ein Pkw in einem Carport gebrannt. Die Flammen hätten schließlich auch auf das Dachgeschoss des Hauses übergegriffen.

Beim Versuch, das Feuer zu löschen, habe sich ein 58-jähriger Mann, vermutlich ein Zeuge, der in unmittelbarer Umgebung wohnt, leichte Brandverletzungen zugezogen. Kreuder: „Zwei Bewohner, eine 37-jährige Mutter und ihr 14-jähriger Sohn sind ebenfalls leicht verletzt worden. Sie sind ins Lebacher Krankenhaus eingeliefert worden, da sie Rauchgas eingeatmet haben.“ Das Gebäude sei derzeit unbewohnbar. Der Schaden stehe noch nicht fest und auch die Brandursache sei noch unklar. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.



„Zum Glück ist nicht mehr passiert“, zieht Anna Schmidt, SPD-Fraktionsvorsitzende in Lebach, eine erste Bilanz. Sie war am Samstagmorgen von Astrid Winter, der Koordinatorin der Lebacher Tafel, informiert worden. Vor Ort hat sie sich ein Bild gemacht. Schmidt: „Die Feuerwehr war noch vor Ort, prüfte, ob sich noch irgendwo Brandnester befinden.“ Alles war abgesperrt. Auch der Dachdecker sei schon da gewesen. Wichtig sei, dass das Dach dicht gemacht werden könne. Auf die Frage nach der Ursache, meinte sie, die Polizei gehe von Brandstiftung aus. „Nach ersten Erkenntnissen gibt es wohl zwei Brandherde, einer wird wohl am Eingangsbereich links neben der Anmeldung vermutet, der zweite befand sich am Briefkasten, da dort Werbung angekokelt war.“ Zum Glück sei die Tür zur Küche geschlossen gewesen. Möglicherweise konnte so weiterer Schaden, auch durch Löschwasser, vermieden werden.

Um die Lebensmittel einzusammeln, nutzt die Tafel einen Transporter, der zum Kühlfahrzeug ausgebaut ist. Dieser ist komplett ausgebrannt. Die Tafel befindet sich auf der gesamten unteren Etage des Hauses.

In den hinteren Räumen ist das Lager untergebracht. Abschließende Informationen könnte es am Dienstag geben. Schmidt: „Die kriminaltechnischen Untersuchungen laufen noch. Am Dienstag gibt es ein Treffen mit dem Geschäftsführer der Lebacher Tafel, Hermann-Josef Niehren, dem Bürgermeister der Stadt Lebach, Klauspeter Brill, der Polizei und Feuerwehr und dem Hauseigentümer. Wir hoffen, dass wir dann mehr erfahren.“

Auf ein von Anna Schmidt bei Facebook gepostetes Video gab es bereits empörte Reaktionen. Sie reichen von: „Wer macht so was?“, „So ein Irrsinn“, „Schrecklich. Unfassbar.“ bis „Mir fehlen die Worte“.

Die Lebacher Tafel gibt es seit zehn Jahren. Die gemeinnützige Einrichtung, die seit März 2017 in der Mottener Straße ist (vorher in der Fußgängerzone), besteht seit dem Jahr 2009 und wird gemeinsam vom Diakonischen Werk an der Saar und dem Caritasverband Saar Hochwald getragen. Jede Woche versorgt die Tafel etwa 450 Menschen aus Lebach und Umgebung mit Nahrungsmitteln.