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„Später aufhören will auch keiner“

„Später aufhören will auch keiner“

Johannes-Kepler-Gymna sium und Geschwister- Scholl-Gymnasium in Lebach halten nicht viel von Gleitzeit und späteren Beginn für Schüler.

Seit einem Jahr führt eine Schule in Nordrhein-Westfalen ein Modellprojekt zur Gleitzeit für Oberstufenschüler durch. Die Saarbrücker Zeitung hat Gymnasien im Landkreis Saarlouis die Chance zur Stellungnahme gegeben. Heute sind das Johannes-Kepler-Gymnasium (JKG) sowie das Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) aus Lebach an der Reihe. "Bei uns geht der Unterricht gleich mit der ersten Stunde los", sagt Heidemarie Schwindling. Für die GSG-Schulleiterin ist der unterschiedliche Biorhythmus von Jugendlichen zwar ein Fakt. Aber eine Gleitzeit für Oberstufenschüler hält sie trotzdem für problematisch. Allenfalls mit etwas langsamerem Tempo in der ersten Stunde nähmen die Lehrkräfte darauf Rücksicht.

Ansonsten sieht sie vor allem organisatorische Probleme. Wie an den anderen Schulstandorten gibt es einen einheitlichen Schulbeginn (7.35 Uhr), der mit dem ÖPNV getaktet ist. Und von Riegelsberg aus gebe es nur eine einzige Verbindung nach Lebach. Da hat Saarbrücken gegenüber dem ländlichen Raum sicher bessere Voraussetzungen, meint sie. "Später aufhören will schließlich auch keiner", glaubt Heidemarie Schwindling.

 Heidemarie Schwindling, Leiterin des GSG.
Heidemarie Schwindling, Leiterin des GSG.
 Julian Schirra, Schülersprecher des GSG.
Julian Schirra, Schülersprecher des GSG.
 Hans Herrmann, Schulleiter des JKG in Lebach.
Hans Herrmann, Schulleiter des JKG in Lebach.

Der Schülersprecher des GSG bestätigt ihre Auffassung: "Dann komme ich immer erst nach 16 Uhr nach Hause." Julian Schirra kommt aus Eppelborn hätte zur zweiten Stunde um 8.20 Uhr zudem keine passende Busverbindung. Es sei ein "Riesen-Act", wenn die ganzen Fahrpläne geändert werden müssten. Zudem sei es wichtig für Heranwachsende, betont der 18-Jährige, früh Pünktlichkeit zu lernen. "Später im Beruf braucht man das ja ebenfalls." Müde Schüler, die zuweilen schon mal einnicken, gibt es trotzdem, weiß Julian Schirra. An manchen Tagen habe er selbst die Probleme, "aber ich krieg das hin". "Es gibt immer wieder mal einen, der morgens noch müde ist", ist auch die Erfahrung von Hans Herrmann. Für den Schulleiter des JKG ist es aber kein gravierender Punkt. In seiner Schullaufbahn sei das kein einziges Mal von Lehrern oder Schülern an ihn herangetragen worden. "Schon zu meiner Schulzeit haben wir in Lebach um 7.35 Uhr angefangen", erinnert er sich. Die meisten Schüler und Lehrer schätzten es sogar, früh anzufangen, um damit entsprechend früh enden zu können. Am "langen Dienstag" endet die Schule am JKG um 14.35 Uhr, da sei schon eine verpflichtende Mittagspause nicht gewünscht. Zudem führe ein späterer Beginn nur dazu, dass der Unterricht sich in das "Leistungsloch" am frühen Nachmittag verschiebe. Und das ist für den JKG-Schulleiter das größere Leistungstief. Herrmann will zudem die Oberstufen-Reform und die G8/G9-Diskussion abwarten, zuvor keine weiteren Neuerungen einführen.