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Schüler liefern sich hitzige Redeschlachten

Schüler liefern sich hitzige Redeschlachten

Im Atrium des Geschwis- ter-Scholl-Gymnasiums traten Schüler beim Regionalwettbewerb von „Jugend debattiert“ gegeneinander an.

Nach 25 Minuten erklingt zum letzten Mal die Glocke, die vier Schüler hinter den Rednerpulten im Atrium des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Lebach kommen mit ihrem Plädoyer zum Ende und sind sichtlich erleichtert. Eine hitzige Debatte liegt hinter den vier Schülern der Sekundarstufe 1. Es ist für sie nicht die erste Redeschlacht des Tages, allesamt mussten sich die Jungen und Mädchen am Nachmittag bereits durch die Vorrunden hin zum Finale kämpfen.

Johanna Strupp steuert gleich auf Mitschüler des Wendalinum aus St. Wendel zu und hört sich die Manöverkritik an. Die fällt recht positiv aus, auch sie ist zufrieden mit ihrer Leistung in der ersten Finaldebatte im Regionalwettbewerb von "Jugend debattiert". Zusammen mit Michelle Dorzweiler hat sie die Kontra-Seite zum Thema "Sollen die Bußgelder für Verschmutzungen des öffentlichen Raumes angehoben werden?" vertreten.

"Ich war ganz schön aufgeregt, aber ich finde, wir haben alle vier gut zusammengepasst und hatten eine gute Vorbereitung", erklärt sie. Die Schülerin ist zum ersten Mal bei "Jugend debattiert" dabei, interessiert sich, wie sie erzählt, für den Wettbewerb, "weil man da mal über Themen diskutieren kann, die man sonst nicht so beredet", sagt sie.

Das weiß auch Christine Scheil, seit vielen Jahren Regionalkoordinatorin des Wettbewerbs. "Die Schüler kommen miteinander ins Gespräch, bauen sehr schnell Lampenfieber ab und lernen, vor Publikum zu sprechen", erzählt sie. Respekt hat sie vor der Arbeit, die hinter den Teilnehmern im Vorfeld des Wettbewerbs liegt. Die hatten zehn Tage Zeit, sich jeweils zu drei unterschiedlichen Themen vorzubereiten und Argumente für beide Seiten zu sammeln. "In die Debatte gehen sie alle ohne Notizen, da heißt es, frei zu argumentieren", sagt sie. Von den Debatten am Nachmittag ist sie begeistert. "Die Themen habe alle hohe Anforderungen an die Teilnehmer gestellt und wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen", sagt Scheil.

Nach der Runde der Sekundarstufe 1 bleibt Johanna und ihren Mitstreitern Zeit, den älteren Schülern bei ihrem Rededuell zuzuhören. Hier geht es um die Frage "Sollen in Stadt- und Gemeinderäten Jugendquoten eingeführt werden?"

Gleich drei Schüler vom Illtalgymnasium haben es ins Finale geschafft, sie treten gegen Ann-Kathrin Metzinger von der Gemeinschaftsschule in Marpingen an. Und die hat es auf der Kontraseite alles andere als einfach, sich mit präzisen Argumenten gegen Niklas Wolf zu behaupten. Er hat die meisten Redebeiträge, ist gut vorbereitet und punktet bei der Jury durch sein sicheres Auftreten. "Das war gar nicht so einfach, irgendwie sind wir immer um einen Punkt gekreist, leider hat die Zeit nicht gereicht", erklärt Ann-Kathrin nach der Debatte.

Niklas Wolf ist besonders gespannt auf das Ergebnis, er hat das Saarland vor zwei Jahren schon einmal beim Bundeswettbewerb vertreten. "Dort ist das Niveau noch viel höher, da geht es wirklich darum, dass man ein Thema bekommt, das einem liegt", erzählt er. Mit seinem Gewinn beim Regionalwettbewerb in Lebach ist er nun erst einmal einen Schritt weiter, auf ihn und die weiteren qualifizierten Schüler wartet am Donnerstag, 6. April, beim Saarländischen Rundfunk erst einmal der Landesentscheid.

Zum Thema:

Das sind die Gewinner beim Wettbewerb Beim Regionalwettbewerb der teilnehmenden Schulen im Regionalbereich Nord (Gemeinschaftsschule Marpingen, Geschwister-Scholl-Gymnasium Lebach und Illtal Gymnasium) gab es folgende Ergebnisse: Sekundarstufe 1: erster Platz: Justin Gesellchen (Illingen), zweiter Platz: Johanna Strupp (Wendalinum), dritter Platz: Piotr Czura (Illingen) vierter Platz: Michelle Dorzweiler (Lebach), Sekundarstufe 2: erster Platz Niklas Wolf , zweiter Platz: Nina Neufang (beide Illingen), dritter Platz: Ann-Kathrin Metzinger (Marpingen); vierter Platz: Paul Eichler (Illingen). Für den Landesentscheid haben sich die Erst- und Zweitplatzierten qualifiziert.