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Schönstattzentrum auf Wünschberg wird geschlossen

Lebach. Das Schönstattzentrum auf dem Lebacher Wünschberg schließt zum Ende des Jahres. Es steht zum Verkauf. Das Hauptgebäude aus den 70er-Jahren müsste renoviert werden. Allein der Brandschutz würde 600 000 Euro kosten. Doch dafür sind die Einnahmen zu gering. Von SZ-RedakteurinMonika Kühn

Herrlich gelegen ist das Schönstattzentrum auf dem Lebacher Wünschberg. Eine grandiose Aussicht bietet sich den Besuchern, Wanderern oder Betern. Die Schönstattbewegung aus Vallendar hat dort 1970 eine Marienkapelle gebaut. In dieser findet täglich eine heilige Messe statt, in den Muttergottesmonaten Mai und Oktober werden besondere Gottesdienste oder Gebetsstunden angeboten. Das soll auch so bleiben, merkt Christian Zonker, Kooperator der Pfarrei Heilig Kreuz Schwalbach, und Vorsitzender des Trägervereins Schönstatt e.V. ist. Verkauft werden soll das Hauptgebäude. Es wurde 1978 eingeweiht. In den vergangenen Jahren habe sich ein großer Renovierungsstau angehäuft, die Einnahmen wurden immer geringer, auch starben viele der ehrenamtlichen Förderer und Mitglieder. Der Trägerverein hat nur noch 20 Mitglieder. Alleine für den Brandschutz müssten 600 000 Euro investiert werden. Teile des Daches sind nicht mehr in Ordnung, auch entspricht die Kücheneinrichtung nicht mehr den modernsten Standards. Für die Arbeiten im und ums Haus sind sechs Angestellte verantwortlich, die sich zusammen knapp vier Stellen teilen. 30 Zimmer mit 50 Betten stehen zur Verfügung. Oft werden und wurden die Räume für Tagungen, für religiöse Bildungsarbeit, Wallfahrten, Exerzitien oder auch für die internationalen Gitarrentage genutzt. Denn das Zentrum bietet nicht nur Übernachtungsmöglichkeiten und Tagungsräume, auch ist ausreichend Parkplatz vorhanden. Abschalten und entspannen können die Besucher auch in den parkähnlichen Anlagen oder sie nutzten die umliegenden Feldwege zum Spazierengehen.

Für knapp eine Million Euro steht der Verkauf des Haupthauses, das Ende des Jahres geschlossen wird, an. Nicht verkauft werden sollen die Kapelle und das Priesterhaus. Doch man sei offen, merkt Zonker an. "Es kommt auf den Investor an."

In Essen, so der Pfarrer, zum Beispiel wurde ein solches Schönstattzentrum in eine Behindertenschule umgebaut, und an den Wochenenden kann der Trägerverein Schönstattzentrum die Räume nutzen. "So etwas wäre natürlich ideal." Aber auch eine Jugendherberge könnte auf dem Berg eine Bleibe finden, vielleicht auch ein Hotel. Der Geistliche ist zuversichtlich und hofft auf viele gute Ideen unterschiedlicher Investoren.