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Saison-Auftakt mit tragischem Ende

Manuel Lauck war im Glickenhaus SCG 003 schnell unterwegs, bis ihn ein Defekt stoppte. Kurz später erfolgte der Renn-Abbruch. Foto: Team
Manuel Lauck war im Glickenhaus SCG 003 schnell unterwegs, bis ihn ein Defekt stoppte. Kurz später erfolgte der Renn-Abbruch. Foto: Team FOTO: Team
Dörsdorf. Der Saisonauftakt des Dörsdorfer Rennfahrers Manuel Lauck am Samstag bei der Langstreckenmeisterschaft ist von einem tragischen Unfall überschattet worden. Wie es mit der Serie nun weitergeht, ist derzeit offen. Peter Wilhelm

Manuel Lauck hatte dem Saison-Auftakt entgegen gefiebert, sich riesig auf den ersten Start mit seinem brandneuen Auto gefreut. Über Winter hatte sein Team, der Rennstall des US-Milliardärs James Glickenhaus, einen neuen Boliden gebaut. Die gut 500 PS starke Renn-Flunder ist eine Einzelanfertigung für die Rennstrecke. Am Samstag nun sollte das Auto seine Premiere auf der Piste feiern.

Doch dann wurde es ein schwarzes Wochenende. Das Auftakt-Rennen zur Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring musste nach einem tragischen Unfall abgebrochen werden. Ein Nissan GT-R Nismo hatte im Bereich Flugplatz auf einer Kuppe abgehoben, sich senkrecht in die Luft gestellt und war dann von einem Reifenstapel über den Sicherheitszaun in den Zuschauer-Bereich katapultiert worden. Dabei wurde ein Fan getötet (wir berichteten).

Wie es mit der kompletten Rennserie weitergeht, ist nun fraglich. Nach dem Unfall hat der Deutsche Motorsport-Bund (DMSB) am Sonntag vorerst ein Startverbot für alle GT3-Rennwagen auf der Nordschleife verhängt. "Wir können und wollen nach so einem Unfall nicht zur Tagesordnung übergehen", sagte DMSB-Generalsekretär Christian Schacht. "Wir müssen den Unfallhergang analysieren, über notwendige Konsequenzen beraten und diese dann umsetzen."

Wie schnell das passiert, ist offen. Ein Start der spektakulären GT3-Autos beim nächsten Rennen am 12. April und beim 24-Stunden-Rennen (16./17. Mai) steht derzeit in Frage. Betroffen davon sind unter anderem die Porsche 911 GT3, Mercedes SLS, BMW Z4 und Audi R8 - gut 40 Prozent des Starterfeldes.

Lauck, dessen Glickenhaus SCG 003 ebenfalls in die betroffene Kategorie fällt, ist vom Unfall erschüttert. "Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände. Hätte etwa der Reifenstapel dort nicht gestanden, wäre das alles so nie passiert." Die generelle Sperrung der Strecke für GT3-Autos hält der Dörsdorfer für übertrieben. "Rallyes sind in dieser Hinsicht viel gefährlicher", findet er.

Den Unfall selbst kann sich auch der Dörsdorfer nicht erklären. "Der Nissan hat einen Frontmotor, also viel Gewicht vorne. Warum er dennoch so hoch ging? Keine Ahnung." Lauck, selbst seit Jahren mit Audi, Porsche und Glickenhaus auf der Nordschleife unterwegs, hatte an diesem Abschnitt "noch nie so eine Situation".
Zwischenzeitlich auf Platz sechs


Zum Zeitpunkt des Unfalls stand Lauck wegen eines technischen Problems gerade an der Box. Dennoch war er mit dem ersten Start im neuen Auto zufrieden. "Das Auto ist nach einem Testunfall erst auf den letzten Drücker fertig geworden, wir fuhren am Ring die allerersten Meter." Und das schon erstaunlich gut. Im Zeittraining belegte Lauck Platz zehn (von rund 170), im Rennen hatte er sich in den ersten Runden sogar auf den sechsten Platz vorgearbeitet. Angesichts des dramatischen Unfalls geriet das alles aber schnell in den Hintergrund.